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Schockierende Begegnung in Guwahati: Slumkinder essen meine Dosa-Reste aus dem Müll

Schockierende Begegnung in Guwahati: Slumkinder essen meine Dosa-Reste aus dem MüllVor neun Jahren war es ein ganz normaler Tag. Ich reiste mit meinem Vater wegen dringender Geschäfte nach Guwahati, der größten Stadt in Assam. Guwahati ist bekannt für seine riesigen Slums. Wer schon einmal mit dem Zug durch diese Region gefahren ist, kennt den Anblick: Schon vor der Stadtgrenze offenbart sich die harte Realität von Armut und Benachteiligung.

Wir stiegen mit unserem Gepäck aus und wollten uns erstmal mit etwas Leichtem stärken. Der berühmte Dosa-Stand am Bahnhof serviert köstliche Dosas zu fairen Preisen. Wir bestellten zwei einfache Portionen. Während ich wartete, blickte ich mich um. Der Bahnhof glich einem bunten Jahrmarkt: Menschen eilten umher, Verwandte begrüßten Ankommende, Reisende suchten Kulis, Kinder jagten sich oder bettelten um Chips oder Comics. Jeder schien in seiner eigenen Welt gefangen, erfreut an kleinen Freuden oder gespannt auf die Reise.

Plötzlich fiel mir inmitten dieses Trubels ein dunkler Fleck auf. Zwei Kinder aus den Slums, nur wenige Meter entfernt, musterten mich mit flehenden Blicken. Sie trugen die typische abgetragene Kleidung. Ich hatte keine Zeit, lange darüber nachzudenken – der Verkäufer reichte mir meine Dosa, und ich begann zu essen. Doch mein Magen rebellierte wegen alter Erlebnisse, und ich aß nicht alles auf. Ich warf den Teller mit der halben Dosa in den Müll.

Was dann geschah, erschütterte mich zutiefst: Die beiden Kinder stürzten sich sofort auf den Eimer, zogen den Teller heraus, stritten kurz um die Beute, teilten sie fair und verschwanden glücklich in der Menge.

Ich stand wie gelähmt da. Ein Schubs eines Mitreisenden holte mich in die Realität zurück. In meinem Kopf hallte nur eine Frage wider: Ist das mein Indien? Ein Land, in dem ich eine 15-Rupien-Dosa achtlos wegwerfe, während sie für jemand anderen der Fraß für den ganzen Tag ist?

Dieser Moment veränderte mich für immer. Die sorglose, gefühllose Person war passé. Solche kleinen Erlebnisse offenbaren die wahren Bedürfnisse des Lebens und wecken das Gewissen. Ich schwor mir, meinen Teil beizutragen – so klein er auch sei –, um soziale Missstände in Indien zu bekämpfen. Auch wir Privilegierten, die wir im Alltagstrott gefangen sind, können mit winzigen Opfern beim Luxus viel bewirken. Ein kleiner Beitrag kann Leben verändern.
(Von Angshuman Sarkar)