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Erschütternde Eindrücke aus einem überfüllten Krebskrankenhaus in Indien

Erschütternde Eindrücke aus einem überfüllten Krebskrankenhaus in IndienIch war gerade 27 Jahre alt, als mein Arzt mich mit dem Verdacht auf Krebs alarmierte und mich in das größte Krebskrankenhaus der Stadt schickte. Meine Eltern begleiteten mich bei diesem ersten Besuch, geteilt von Angst, Panik und Depressionen. Dennoch trat ich selbstbewusst auf, fest entschlossen, die Diagnose zu widerlegen – und die Untersuchungen bestätigten letztlich meine Hoffnung.

Das Krankenhaus quoll vor Krebspatienten über. Im Wartebereich der onkologischen Abteilungen brach mir das Herz, als ich einen Vater mit seinem maskentragenden Kleinkind vor dem Chemotherapieraum sah. Daneben wartete ein zweijähriger Patient mit einem Schlitz im Hals für einen Magenschlauch – offensichtlich bereits operiert. Weiter vorn saßen Paare vor der genetischen Beratung. Ein Gespräch offenbarte: Die Frau trug ein vererbtes defektes Gen, und sie wollten das Risiko für ihr ungeborenes Kind abklären.

Auch einen älteren Mann aus einem fernen Bundesstaat traf ich, dem zu einer dringenden Tumoroperation geraten worden war. Doch die Sorge um seinen Sohn trieb ihn um. Der Chirurg war für zwei Monate ausgebucht, das Personal schlug alternative städtische Kliniken vor. Ich teilte hilfreiche Infos zu nahegelegenen Krankenhäusern und Routen.

Überbelegung plagt indische öffentliche Krankenhäuser: Fehlende Betten, Geräte und OP-Säle führen zu Absagen oder monatelangen Wartezeiten. Wer sich private Kliniken nicht leisten kann, wartet oft vergeblich – ein Schicksal der Armen.

Für ambulante Krebspatienten ist der ungewisse, teure Aufenthalt in der Stadt eine Qual. Behandlungen wie Konsultationen, Scans und Biopsien ziehen sich hin und kosten enorm. Die Unterkunft für Angehörige war überlaufen; viele hausten in provisorischen Zelten draußen. Broschüren an Bäumen warben für Dabbawalas mit Hausmannskost und Zimmern.

Selbst Überlebende leben in ständiger Furcht vor Rückfall. Gespräche zeigten: Ungewissheit, Trauer und Depressionen begleiten viele. Krebskranke brauchen emotionale Unterstützung und Gemeinschaft.

Mein Besuch war ein Weckruf: Genießen Sie das Leben, schätzen Sie kleine Freuden. Der Mangel an Onkologie-Zentren angesichts steigender Fälle in Indien alarmiert. Regierung und NGOs bauen aus, doch Prävention bleibt entscheidend: gesunde Ernährung, kein Tabak und Alkohol.

Von Prajakta Chaudhari