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Hunger inmitten von Überfluss: Ein erschütternder Einblick aus Delhi

Hunger inmitten von Überfluss: Ein erschütternder Einblick aus DelhiSonntage wecken in mir gemischte Gefühle: Freude über das Wochenende und Wehmut ob seines Endes. Doch an diesem Tag lastete eine tiefe Traurigkeit auf mir. Nach einer entspannten Fahrt durch die gepflegten Straßen des gehobenen Südens und Lutyens’ Delhi mit meinem Freund, nach einem köstlichen Abendessen mit saftigen Kebabs und aromatischen Mughlai-Spezialitäten, hielten wir an. Mein Freund nahm einen Anruf entgegen, und ich schlenderte am Bürgersteig entlang, nahe einer U-Bahn-Baustelle.

Dort sah ich Arbeiterfamilien, die die Nacht auf dem Pflaster verbrachten. Ein Mädchen von etwa drei oder vier Jahren zerrte weinend an ihrem älteren Bruder, der eine Wassermelonenschale mit wenigen Resten rosa Fruchtfleisch genoss. Die Mutter eilte herbei, teilte die Schale mit einem Messer fair auf. Die pure Freude in ihren Gesichtern traf mich wie ein Schlag.

Die Szene ließ mich erstarren. Der Geschmack meines opulenten Mahls verblasste, Schuld und Elend stiegen in mir auf. Wie oft hatte ich Essen verschmäht oder Reste weggeworfen? Diese Begegnung war ein Weckruf gegen unsere wählerische Haltung zum Essen.

Mein Freund beendete das Gespräch, wir fuhren durch die gelb erleuchteten Straßen heim. Doch der Anblick verfolgte mich. Solche Szenen sind alltäglich, doch wir ignorieren sie. Millionen in unserem Land hungern, schlafen obdachlos, sterben an unbehandelten Krankheiten – fernab von politischen Debatten.

Ist es nicht Zeit, etwas zurückzugeben? (Von Manza)