Sie hätten mir auf einer Autobahn die Kehle durchschneiden können (Bild: Shutterstock). Ich fuhr nachts mit dem Fahrrad die Ambattur Industrial Estate Road entlang in einer kühlen Januarnacht. Meine kleine Schwester saß auf dem Soziussitz und hörte ihre Playlist. Wir hatten den Rat unserer Eltern ignoriert und waren gegen 21 Uhr aufgebrochen. „Frauen dürfen nach 20 Uhr nicht mehr raus“, hatten sie gewarnt.
Mein Handy vibrierte in meiner Tasche, als wir auf der Straße waren. „Mama ruft an“ leuchtete auf dem Display. Ich hielt am Straßenrand an, um dranzugehen – da hielten plötzlich zwei Teenager direkt hinter mir. Sie wirkten wie Straßenräuber. Eine Gänsehaut überkam mich, als ich realisierte: Eine allein fahrende Frau als leichtes Ziel.
Ich gab meiner Schwester das Handy und gab Gas, um nach Hause zu kommen. Die Jungs hatten ein robustes Sportrad und jagten uns. Sie versperrten mir den Weg, als ich abbog. Ich wich aus und raste weiter zu belebteren Straßen. Sie holten auf, der Fahrer mit Taschentuch auf dem Kopf brüllte: „Gib mir dein Telefon!“ Der Beifahrer drohte mit einem rostigen Messer.
Ich schwor mir: Selbst wenn es mein letzter Tag wäre, sterbe ich nicht kampflos. Meine Schwester weinte und wollte Papa anrufen. „Nein“, sagte ich und brüllte zurück: „Auf keinen Fall! Verschwindet!“ Ich fluchte lautstark – das brachte sie aus dem Konzept. Sie blockierten erneut, ich rammte durch und schrie: „Polizei! Polizei!“ Meine Stimme zerschnitt die nächtliche Stille. Endlich drehten sie ab.
Ich hörte meine Schwester hinten schluchzen. „Weinst du?“, fragte ich. „Ja, ich hatte solche Angst“, sagte sie. „So wehrt man sich. Verstanden?“, antwortete ich und fokussierte mich auf die Straße.
Aus dieser Nacht lernte ich: Keine Spur von Angst. Geistesgegenwart und Spontaneität retteten uns vor dem Messer an meiner Kehle. Frauen sind überall gefährdet – täglich Raubüberfälle und Gewalt. Mut ist der Schlüssel, sich zu wehren. Keine Kameras, kein Video – mein Beweis ist, dass ich lebe und stolz bin.
- Von Swetha Kishore