Ich bin berufstätig und lebe mit meinem Mann in einer unserer Länder Metropolen. Seit anderthalb Jahren sind wir verheiratet, und das Wort „Planung“ fällt immer häufiger – verstärkt durch den Druck der indischen Gesellschaft. Es geht nicht um Karriere oder Finanzen, sondern darum, ein Kind in unser Leben zu holen. Als Frau fühle ich mich bereit für diese bereichernde Erfahrung und freue mich darauf, sie voll auszukosten. Doch in den letzten Tagen habe ich mich gefragt: Möchte ich mein Kind wirklich jetzt in diese Welt setzen?
Jeden Morgen starte ich den Tag mit einem Blick auf die Schlagzeilen – mein Smartphone ist ständiger Begleiter. Der jüngste Vorfall in Gurugram, wo ein 7-jähriges Kind in der Schultoilette ermordet wurde, hat mich tief erschüttert.
Ich kann mir den Schmerz der Mutter kaum vorstellen, die ihren Sohn durch die Tat eines Pädophilen verloren hat. Solche Verbrecher zerstören nicht nur ein Leben, sondern säen Angst bei Eltern und Kindern landesweit.
Das lässt mich grübeln: Unabhängig vom Geschlecht meines Kindes – wie schütze ich es in dieser bedrohlichen Welt? Kann ich es rund um die Uhr bewachen?
Als Mädchen wurde ich stets ermahnt, mich „angemessen“ zu verhalten, zu sprechen und zu kleiden, um unerwünschte Aufmerksamkeit zu vermeiden. Das habe ich befolgt. Doch ich will nicht, dass meine Kinder dasselbe durchmachen.
Der getötete Junge trug sicherlich bedeckende Kleidung und aß keine Nudeln – genau wie man es mir als Kind einredete, um „dämonische Hormone“ zu vermeiden.
Es ist Zeit, zu erkennen: Solche Taten haben nichts mit Geschlecht, Kleidung oder Ernährung zu tun. Sie entstehen in kranken Köpfen. Bewusstsein ist wichtig, doch es braucht harte Strafen, die potenzielle Täter abschrecken.
Ich wünsche mir für mein Kind ein Land, in dem es Menschen vertrauen kann – ohne Lektionen über gute und schlechte Berührungen, frei lebend.
Ist das zu viel für eine Mutter gefordert?
Von Kangna Sharma