Jeder Job bringt neue Herausforderungen, Freuden und Chefs mit sich – jene Menschen, die unser Berufsleben entweder bereichern oder zur Qual machen können. In meiner über 15-jährigen Karriere in der PR-Branche habe ich unter vielen Führungskräften gearbeitet, von herausragenden bis mäßigen. Manche prägen uns nachhaltig, andere verblassen schnell. Maria gehörte zur ersten Kategorie. Maria war wie ein frischer Windhauch, als mein Privat- und Berufsleben aus den Fugen geraten war. Frisch verheiratet, in einer fremden Stadt, mit einem Ehemann, der ständig abwesend war, und ohne Netzwerk in der lokalen PR-Szene – da kam sie. Die ersten Monate waren anspruchsvoll: Sie forderte mich heraus, warf mich in die Tiefe und feierte jeden Erfolg mit mir. Schnell wurde sie mehr als eine Chefin: Mentorin, Beschützerin des gesamten Teams, große Schwester und meine erste Ansprechpartnerin in jeder Krise.
Mein Motto wurde: "Unzufrieden mit der Arbeit? Ruf Maria an. Unglücklich im Leben? Ruf Maria an. Alles im Argen? Ruf Maria an!"
Ihr letzter Arbeitstag war emotional. Es fühlte sich an, als schließe sich ein wichtiges Lebenskapitel. Ein Büro ohne Maria war undenkbar – sie hatte uns ein harmonisches Zuhause geschaffen, durch Höhen und Tiefen geführt, unsere Grenzen erweitert und uns Selbstvertrauen für große Karriereschritte gegeben. "Ihr bleibt immer meine Babys", sagte sie. "Ich passe auf euch auf und sorge dafür, dass ihr in euren Karrieren glänzt – ihr habt es verdient."
Maria hat uns verwöhnt. Sie hat die Messlatte für ideale Chefs hochgelegt, und wir haben keinen Ersatz gefunden – und werden keinen finden.
Ich hoffe, eines Tages selbst so eine Führungskraft zu sein: Ein gemütliches Büro für hungrige Talente zu schaffen, die zu erfolgreichen Profis reifen.
- Von Gayatri Bhadran