Frage: Ich war fast fünf Jahre in einer Beziehung. Meine Freundin hatte jedoch große Angst, mit ihren Eltern über uns zu sprechen. Nun heiratet sie in einem Monat einen anderen Mann. Die größte Herausforderung: Ich versuche vergeblich, sie aus meinen Gedanken zu verbannen. Schlaflose Nächte, gesundheitliche Probleme – alles ist durcheinander. Ich kann mich nicht auf meine Karriere konzentrieren.
Ich kann mir sie mit einem anderen Mann einfach nicht vorstellen. Psychisch bin ich tief deprimiert und kämpfe darum, positiv zu bleiben – vergeblich. Ihr Rat wäre mir eine große Hilfe. Danke. – Anonym
Antwort von Zankhana Joshi: Das Loslassen einer langjährigen Beziehung ist ein komplexer Prozess. Der emotionale Verlust fühlt sich an wie ein Trauerfall und durchläuft ähnliche Phasen: Verleugnung, Wut, Verhandeln, Depression und schließlich Akzeptanz. Trauer braucht Zeit, wie eine Verdauung – sie lässt sich nicht beschleunigen.
Wahrscheinlich haben Sie früh Anzeichen bemerkt, dass die Beziehung stockte, doch in der Verleugnungs-Phase übernimmt das Herz die Führung und nährt Fantasien von einem Happy End. Sobald diese nachlässt, folgt oft Wut – auf die Partnerin, ihre Familie, das Schicksal oder sich selbst.
Danach kommt das Verhandeln: Man sucht verzweifelt nach Wegen, die Beziehung zu retten. Scheitert alles, tritt die Depression ein – Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Rückzug, Reizbarkeit oder sogar Substanzkonsum zur Linderung. Die Hoffnungslosigkeit fühlt sich endlos an.
Doch diese Phase geht vorbei, und Akzeptanz folgt: Frieden mit dem Verlust schließen, loslassen und voranschreiten. Sie erleben derzeit wahrscheinlich die Depression – vielleicht mit Rückblicken auf frühere Phasen. Die Reihenfolge variiert individuell, abhängig von Faktoren wie Persönlichkeit. Wichtig: Trauern Sie bewusst, geben Sie sich Zeit.
Aus Ihrer Perspektive scheint Akzeptanz fern. Vertrauen Sie: Sie kommt. Es gibt keine Fristen – drängen Sie nichts. Unterdrücken Sie nicht, das führt zu ungelösten Problemen. Vermeiden Sie Selbstvorwürfe; Trennungen sind selten allein Ihre Schuld.
Vergebung ist zentral: der Partnerin, den Umständen, sich selbst. Geben Sie sich Raum. Faken Sie keine Normalität. Kehren Sie langsam zu Freuden zurück: Hobbys, Freunde, Sport wie Laufen oder Tanzen. Bewegung hilft dem Körper, den Geist zu heilen.
Nehmen Sie es Tag für Tag – Sie finden Ihren Frieden!
Zankhana Joshi ist praktizierende beratende Psychologin in Mumbai.
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