Jetzt, wo ich verheiratet bin, vermisse ich es zutiefst, das jüngste Kind in der Familie zu sein. Als Nesthäkchen genießt man pure Privilegien: Man entkommt fast allem mit einer halben Träne oder einem schelmischen Biss in den Arm. Zugegeben, das war nicht immer angenehm für meine Geschwister. Ich bin sicher, sie haben mich insgeheim gehasst oder waren vor Verzweiflung erstarrt. Sie würden wohl zugeben, dass sie mich und mein Verhalten irgendwann satt hatten. Ich verstand nie, warum ich von ihren 'erwachsenen' Spielen ausgeschlossen wurde, und quengelte bei meinen Eltern: Warum habt ihr mich so spät geholt? Ich fühlte mich vernachlässigt und einsam – zumindest in meinem Kopf. Tatsächlich stand ich immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wenn nicht, sorgte ich dafür, indem ich in ein Lied platzte oder Grimassen schnitt, um das obligatorische 'Awww' der Erwachsenen zu ernten.
Ich war eifersüchtig auf alles, was Aufmerksamkeit von mir ablenkte: Hunde, Brettspiele, andere Kinder oder die Hobbys meiner Geschwister. Heute weiß ich: Egal, wie alt ich werde, für sie bleibe ich das lästige, dicke Baby in Windeln.
Ich werde weiter mit Gadgets, Parfums und Schmuck von 'Auslandsreisen' überschüttet. Und nun erhält auch mein Partner dieselbe Sonderbehandlung und Zuneigung.
Geld? Abgelehnt – egal ob für Kino, Restaurant oder Visagebühren. 'Die kleine Schwester, die die Debitkarte klaut? Vergiss es! Nimm stattdessen Süßigkeiten oder spiel mit den Stofftiere...', hieß es damals.
Meine Geschwister sind die Einzigen, die mich zum Lachen bringen und mein Herz höherschlagen lassen – vor Liebe oder Wut. Jedes Treffen oder Gespräch löst ein warmes, flauschiges Gefühl aus. Meine besten Jahre, die Kindheit, sind mit ihnen unvergessen. Sie erinnern mich an glückliche, unbeschwerte Zeiten.
Alle Kinder brauchen Geschwister. Sie halten deine Welt am Laufen. Als Jüngster schaut man zu Großen auf. Als Ältester genießt man Liebe und Respekt der nervigen Kleinen.
– Von Gayatri Bhadran