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Der Tag, an dem Nishants Mutter aufhörte, ihn mit Ramu zu vergleichen – eine wahre Schulgeschichte

Der Tag, an dem Nishants Mutter aufhörte, ihn mit Ramu zu vergleichen – eine wahre SchulgeschichteAnitha gehörte zu jenen ehrgeizigen Müttern, die von ihrem Sohn außergewöhnliche Leistungen erwarteten. Nishant, ihr Sohn, war ein sympathischer Junge und Klassenkamerad meines eigenen Kindes.
Obwohl er ein kluges Kind war, hob seine Mutter stets nur die Mängel hervor und scheute sich nicht, ihn vor Mitschülern und deren Eltern zu demütigen. „Schau, Ramu hat in Mathe 100 Prozent geschafft. Wo hast du sieben Punkte verloren?“ Einmal drehte sie ihm rücksichtslos die Ohren wegen eines kleinen Fehlers und schrie: „In Naturwissenschaften hast du einfach zwei Punkte verschenkt! Warum hast du das Diagramm nicht beschriftet?“ „Unvorsichtiger Träumer, der ständig abschweift, statt sich zu konzentrieren.“

Vollkommen vorwurfsvoll schüttelte sie nach dem ersten Einheitstest den Kopf: „Wieder Zweiter mit elf Punkten Rückstand, nochmal zwei in Sozialkunde. Wirst du je Klassenbester?“
Wir anderen Mütter rieten ihr oft: „Was weiß ein Zehnjähriger schon davon, ob er Erster oder Zweiter ist?“ Doch sie hörte nicht zu.

Wir verstanden nicht, warum sie seinen starken Zweiten Platz so kritisierte. Ich sagte einmal: „Akzeptiert, dass Ramu unschlagbar ist, das reicht.“ Eine andere Mutter meinte: „Denkt daran, dass euer Sohn besser war als 58 andere.“ Unsere Worte prallten ab. Der erste Platz war der heilige Gral für Nishants Eltern – nicht nur die Mutter, sondern auch der Vater träumte davon.

Als Eltern mit eigener Spitzenleistung – Anitha Wirtschaftsprüferin mit Bestnoten im ersten Anlauf, ihr Mann Goldmedaillengewinner im M.Tech. – setzten sie Nishant enormen Druck aus.

Der arme Junge, ein aufmerksamer Schüler, steckte zwischen ihren Erwartungen und Ramus Schatten fest. Wahrscheinlich keimte in ihm Ressentiments gegen diesen Rivalen. Wie gern hätte er ohne Ramu geglänzt, ohne die vorwurfsvollen Blicke der Eltern.

Ich malte mir aus, wonach er sich sehnte: weniger Lernen, mehr Freizeit, länger schlafen, kein Nachholen. Unit-Tests und Halbjahre prasselten auf ihn ein, und er wurde für jeden Nicht-Ersten bestraft. Erzielte er 90, hatte Ramu 92; bei 92 toppte Ramu mit 93 oder 94. Seine Mutter schimpfte: „Unvorsichtig, nutzlos, abgelenkt.“

Bei der Abschlussprüfung erkrankte Ramu an Windpocken und fehlte. Alle tippten auf Nishant als Sieger. Doch Anitha sagte schockierend: „Ich wäre nicht stolz, wenn er jetzt Erster wird – nur weil Ramu fehlt.“ Sie zuckte die Schultern, ihr Blick verächtlich.
Am Ergebnistag führte Nishant die Klasse an. Er holte seinen Preis ab, Auszeichnungen regneten ein. Doch dann das Unerwartete: Er winkte Ramu auf die Bühne. „Ich freue mich über die Preise, aber sie sind geliehen. Sie gehören dir, Ramu. Ohne deine Krankheit wäre ich nicht Erster geworden.“
Die Reife des Zehnjährigen staunte alle, der Applaus dröhnte, als er Ramu die Trophäen übergab.

Das war der Tag, an dem seine Eltern aufhörten, ihn mit Ramu zu vergleichen.

– von Sudha Vishwanathan