Der Monsunregen in Mumbai ist zurück – und mit ihm die urkomischen Memes und WhatsApp-Videos. Diesmal schickte mir mein Bruder aus Dubai eines, das den Regen mit den Rutschen in Imagica verglich. Ich lachte minutenlang und erwiderte: „Gleiche Geschichte, anderes Jahr.“ Die Regenfälle werden jährlich heftiger, die Staus dramatisch wie nie.Dank meines Sohnes habe ich diesen Zirkus die letzten zwei Jahre aus der Ferne genossen – während meines Sabbaticals. Doch als waschechte Mumbaikarin kann man dem Regen nicht entkommen. Gerade wenn ich zum Joggen aufbreche und der Himmel klar wirkt, prasselt er nieder. Zu Hause tropfe ich wie ein nasser Wal, erhalte Spötteleien von meinem Mann und verwunderte Blicke vom Kleinen.
Bei einer solchen „klaren“ Gelegenheit verließ ich das Haus voller Selbstbewusstsein, fühlte mich wie eine Diva. Plötzlich rief ein Kind: „O Tante! Tante-ji!“ Ich ging weiter, doch es insistierte: „Time kya hua, aunty?“ Ruckartig blieb ich stehen, murmelte „16:15 Uhr“ und floh beschämt.
Ich ertränkte den Frust im Kirana-Laden mit zwei Amul-Schokoladentafeln (perfekt für eine 33-jährige Fitness-Mama). Kaum draußen, goß es wie aus Eimern. Durchnässt dachte ich nur: Jetzt essen oder warten?
Ich entschied mich für Zuhause – trotz des erwarteten „Habe-ich-dir-nicht-gesagt“. Mein Mann, der unseren Sohn eine Stunde betreut hatte, grinste und zeigte auf das Chaos: Mango überall, sogar unter den Kissen. Lektion: Niemals einen Mann mit dem Füttern beauftragen – Hälfte landet daneben.
Ich habe 2 Kilo zugenommen, dank Molkenriegeln, während ich auf das Fitnessstudio warte. Der Regen lauert nur auf meine Spaziergänge. Mumbai, ich liebe dich nicht. Geh so schnell, wie du gekommen bist!
- Von Gayatri Bhadran