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Warum ich meine Beziehung zu einem Mann aus Kaschmir beenden musste – Meine persönliche Geschichte

Warum ich meine Beziehung zu einem Mann aus Kaschmir beenden musste – Meine persönliche GeschichteIch musste meine Beziehung zu einem Mann aus Kaschmir beenden (repräsentatives Bild, mit freundlicher Genehmigung von Getty Images).

Ich trat diesem Forschungslabor bei, als ich noch in einer glücklichen Beziehung mit Rohit war. Rohit war für seinen MBA in die USA gezogen, und wie so viele indische Frauen war ich ihm innig verbunden. Die Distanz quälte mich, ich vermisste ihn jeden Tag. Als er letztes Jahr im März nach Indien kam, war unser Wiedersehen wie immer herzlich, doch unvollständig. Ich hatte Erwartungen an diese Beziehung, die sich nie erfüllten. Unvorhergesehen endete unsere vierjährige Partnerschaft. Die Welt schien mir dunkel und leer. Ich hatte nie an andere Männer gedacht, solange ich mit Rohit zusammen war, und nun musste ich allein weitermachen. Rückblickend war es mit ihm eher eine vernünftige Verbindung als echte Liebe. Er war vorzeigbar, intelligent, ehrgeizig – jemand, den ich heiraten und mit dem ich ein stabiles Leben aufbauen konnte, der perfekt in mein soziales Umfeld passte. Meine eigenen Gefühle spielten dabei eine untergeordnete Rolle.

Eines Tages lud mich ein Kollege zu seinem Seminar ein. Obwohl ich sonst vor sozialen Anlässen zurückschrecke, ging ich hin – und er dankte mir herzlich dafür. Solche ritterlichen Gesten erwarte ich selten von Männern, die oft die Feinfühligkeit vermissen lassen. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine Freundschaft mit meinem Kollegen Rehaan. Ihm konnte ich Dinge anvertrauen, die ich Rohit vorenthalten hatte – aus Angst, ihn zu verlieren oder verurteilt zu werden. Ich sprach über den Schmerz der Trennung, den Verlust meines Vaters, die Wunden meiner Kindheit, meine Orientierungslosigkeit und meinen Drang, immer auf der sicheren Seite zu bleiben.

Rehaan weckte in mir eine spontane, tabulose Seite, die ich nie gekannt hatte. Eine Beziehung zu einem muslimischen Mann aus Kaschmir – das hätte ich mir nie träumen lassen. War ich nach der Trennung abgestumpft, rebellisch gegen gesellschaftliche Normen oder einfach bereit für Veränderung? Die Zeit sollte es weisen.

Eines Abends erzählte er lebendig von seiner Heimat Kaschmir, Freunden und Familie. Seine Worte malten Bilder, in denen ich mich stundenlang verlieren konnte. Solche tiefgründigen Gespräche mit einem Mann hatte ich noch nie geführt – ohne Verlegenheit. Ich fragte nach seiner Liebe und malte mich in seine Geschichten hinein. Endlich konnte ich offen über Gedanken, Gefühle und Fantasien sprechen – mit ihm und mir selbst.

Wir teilten uns den Arbeitsplatz, und mein Puls raste bei jedem Anblick. Bei der Arbeit an einem Bericht hielt er plötzlich meine Hand und küsste die Handfläche. Ein Rausch durchströmte mich wie nie zuvor. Die Intimität wuchs, doch religiöse und soziale Barrieren hielten uns zurück. Ich träumte davon, mit ihm nach Kaschmir zu fliehen und dort ein neues Leben zu beginnen – fernab von aller Welt, sogar bereit, meinen Glauben aufzugeben. Doch plötzlich wurde klar: Es durfte nicht sein. Ich bereitete mich auf höhere Studien vor, hatte mein US-Visum in der Hand und fühlte mich wie betäubt.

Jetzt lebe ich in den USA. Die Distanz zerreißt mich, ich vermisse ihn mit jedem Atemzug.

(Namen geändert, um die Identität zu schützen)

(Von Amrita Sharma)