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Die lebensrettende Lektion des Aufgebens: Meine dramatische Wanderung in Mawlynnong

Die lebensrettende Lektion des Aufgebens: Meine dramatische Wanderung in MawlynnongAm 25. August 2017 unternahmen wir einen Familienausflug nach Mawlynnong in Shillong. Aufgrund eines langen Staus und starken Regens brauchten wir fünf Stunden für die Strecke. Unterwegs stiegen wir nicht aus dem Auto aus. Gerade als wir uns dem Ziel näherten, blockierte ein Unfall die schmale Straße: Hundert Fahrzeuge mussten einem Krankenwagen Platz machen – eine Verzögerung von zwei Stunden.
Hungrig suchten wir ein lokales Restaurant fürs Mittagessen. Ich freute mich riesig auf die indisch-bangladeschische Grenze, von der ich wusste, dass sie atemberaubend schön ist. Nach einem schnellen Essen wollte ich sofort hin. Der Pfad dorthin war steil und uneben mit vielen Stufen. Meine Familie sträubte sich, doch ich überzeugte niemanden. Mein Vater, besorgt um mich, begleitete mich schließlich allein.

Die ersten Schritte fielen leicht, doch bald wurden die Stufen holprig, mit riesigen Felsbrocken dazwischen. Meine Pantoffeln waren ungeeignet, aber ich kämpfte mich voran. Vater drängte mich umzukehren, doch ich blieb stur. Eine Frau, die mit uns gestartet war, war längst voraus. Die Atmosphäre war unheimlich: Dichte Bäume und Sträucher, Regenwasser tropfte von oben herab.
Die Stufen schienen endlos. Zu weit vom Start entfernt und ohne Orientierung, gab ich schließlich nach und hörte auf Vater. Ich machte noch ein paar schöne Fotos, bevor wir umkehrten. Bald schaltete mein Telefon aus, Durst quälte mich – wir hatten kein Wasser dabei. Der Aufstieg wurde tückisch mit rutschigen Steinen. Ich verbarg mein Unwohlsein nicht mehr lange.

Als Asthmatiker ohne Inhalator konnte ich keinen Wasserfall finden, kein Signal für Hilfe. Ich brach zusammen auf einem Stein. Vater fühlte sich machtlos, schimpfte über meine Dickköpfigkeit. Mein Zustand verschlimmerte sich; ich konnte nicht aufstehen. Ich dachte an meine Mutter und was sie erleiden würde. Endlich mobilisierte ich alle Kräfte, kletterte steile Passagen hoch – jedes Mal dem Tod nah.

Nach einer gefühlten Ewigkeit war der Startpunkt in Sicht. Mit letzter Entschlossenheit erreichte ich meine wartende Mutter, die weinend auf mich zukam und mir Wasser gab – von einem Mann, dessen Frau seit 3,5 Stunden in dieselbe Richtung unterwegs war und noch nicht zurückgekehrt war.

Dieses Stück wurde von Nilanjana Mallick geschrieben