Ich bin ein Mann und fühle mich von anderen Männern sexuell angezogen. Bin ich schwul?
Frage: Ich bin ein 16-jähriger Junge und total verwirrt. Vor ein paar Monaten habe ich auf der Party meines Cousins einen Mann Mitte zwanzig getroffen. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber ich habe ständig an ihn gedacht. Ich habe ihn sogar in den sozialen Medien gesucht und überlege, ob ich ihm eine Freundschaftsanfrage auf Facebook schicke. Es klingt vielleicht seltsam, aber ich finde ihn sexuell attraktiv – und es ist nicht das erste Mal, dass ein gutaussehender Mann meine Aufmerksamkeit erregt. Ich habe viele Freundinnen, aber sie machen mich nicht so an wie Jungs. Ich hatte eine Freundin, doch wir haben uns getrennt, weil wir emotional nicht zusammenpassten. Ich stecke in einem Dilemma: Bedeutet das, dass ich schwul bin? – Von Anonym
Antwort von Aditi Surana: Anziehung ist etwas Faszinierendes – vergleichbar mit dem Sanskrit-Wort „mṛgjal“, das eine Luftspiegelung beschreibt: die Sehnsucht eines Durstigen nach Wasser. Sie kann emotional, körperlich, intellektuell oder sexuell sein. Doch wie in einer Oase ist sie real oder illusorisch – das erkennt man erst, wenn man sie erforscht.
Körperliche Anziehung zu jemandem, der gut gekleidet ist, selbstbewusst wirkt oder charismatisch auftritt, unterscheidet sich oft von echter sexueller Anziehung, die den Wunsch nach Intimität weckt. Viele Erwachsene verwechseln emotionale Verbundenheit mit sexueller Begierde. Fragen zur eigenen Sexualität tauchen in jedem Alter auf – es ist nie einfach!
Ihre Kernfrage „Bin ich schwul?“ bedeutet letztlich: „Was ist meine sexuelle Orientierung?“ Nur weil Sie Alkohol anziehend finden, sind Sie noch lange kein Alkoholiker. Hier sind Punkte zum Nachdenken:
1. Sind Sie ein Rebell im Herzen?
Jede Abweichung von gesellschaftlichen Normen – sei es in Musik, Kleidung, Lebensstil oder Sexualität – macht Sie entweder zum Rebellen oder Konformisten.
2. Ziehen Sie Schlüsse aus einem kleinen Kreis?
Schlechte heterosexuelle Vorbilder in Familie oder Freundeskreis, wenige attraktive Mädchen um Sie herum oder tolle männliche Freunde plus eine gescheiterte Beziehung können täuschen.
3. Keine endgültige Entscheidung nötig.
Sexuelle Vorlieben entwickeln sich wie Ihre Identität und können sich ändern. Ein Experiment heute bindet Sie nicht für immer.
Nicht-heterosexuell kann homosexuell, bisexuell, asexuell oder pansexuell bedeuten.
Mein Rat für Sie mit 16: Erkunden Sie mehr – Berufswahl, Freunde, Stil, Sexualität – statt vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Beobachten Sie, was Sie anmacht (nicht nur wen). Das kann eine spannende Reise der Entdeckung werden.
Egal, wofür Sie sich entscheiden: Nichts ist komisch. Ihre Wahl macht Sie weder besser noch schlechter. Je entspannter Sie damit umgehen, desto leichter fällt es anderen. Wie Paulo Coelho in Der Alchemist sagt: „Unterwegs zu sein ist die einzige Pflicht des Menschen.“
Aditi Surana ist Graphologin, Rednerin, Autorin und Beziehungscoach in Mumbai. Sie hat „GraphoCoaching“ entwickelt – eine Methode, die Graphologie mit Coaching verbindet, um konkrete Ergebnisse zu erzielen.
Brauchen Sie Beziehungsberatung? Mailen Sie an expertadvice.toi@gmail.com