Repräsentatives BildFrage: Hallo! Ich bin ein 36-jähriger Mann und teile das Schicksal vieler unverheirateter Männer in Indien: Ich fühle mich zutiefst einsam, weil mir in meinem Leben niemand fehlt – vor allem keine Partnerin. Hinzu kommt, dass ich bei Gesprächen mit Frauen wenig selbstbewusst bin, was mir den Einstieg in Beziehungen erschwert. Freunde haben mehrmals Blind Dates für mich organisiert, doch diese endeten stets enttäuschend. Die Frauen bemängelten, ich würde zu wenig reden und die Treffen wirkten langweilig. Durch Homeoffice verbringe ich nun noch mehr Zeit allein zu Hause, was die Depressionen verstärkt – ich sehne mich nach jemandem zum Reden. Ich möchte diese Phase nutzen, um meine Persönlichkeit zu stärken und zu lernen, flüssig mit Frauen zu sprechen. Können Sie mir Tipps geben, wie ich Selbstvertrauen aufbaue? Welche Qualitäten machen einen guten Gesprächspartner aus? Helfen Sie mir, interessanter zu werden, damit ich nach dem Lockdown Dates wage, ohne zu scheitern.– AnonymAntwort von Dr. Kedar Tilwe: Es ist absolut verständlich, dass Sie sich einsam und entmutigt fühlen, wenn alle Freunde in festen Beziehungen sind. Wichtig ist, die Ursachen zu analysieren: Warum entstanden keine Verbindungen bei Ihren Dates?
Blind Dates scheitern oft, weil man perfekte Chemie erwartet. Nutzen Sie sie stattdessen, um die andere Person kennenzulernen, Gemeinsamkeiten zu finden und das Eis zu brechen. Arbeiten Sie gezielt an Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.
Lernen Sie soziale Umgangsformen und typische Reaktionsmuster. Holen Sie konstruktives Feedback von Freunden ein – die meisten helfen gerne. Üben Sie vor dem Spiegel, bereiten Sie Antworten vor und proben Sie Rollenspiele mit einem Vertrauten, kombiniert mit Entspannungstechniken gegen Angst.
Denken Sie daran: Sie haben viele Rollen im Leben jenseits des Singledaseins. Konzentrieren Sie sich auf andere Lebensbereiche. Soziale Ängste sind gut therapierbar – wenden Sie sich an einen Psychologen für kognitive Verhaltenstherapie (CBT), rational-emotive Verhaltenstherapie (REBT) oder ggf. Medikation.
Dr. Kedar Tilwe, Psychiater und Sexologe, Fortis Hospital, Mulund
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