Frage: Hallo, ich bin kürzlich zum Studieren nach Frankreich gezogen und habe hier bereits Freunde gefunden. Ich führe eine Fernbeziehung mit meiner Freundin in Indien und bleibe eng mit meinen Freunden dort in Kontakt. Dennoch fühle ich mich hier oft einsam. Manche Tage sehne ich mich danach, alles hinzuschmeißen und in den nächsten Flieger nach Indien zu steigen. Ich habe mich in einen Workshop eingeschrieben und einen Job angenommen, um mich abzulenken – doch dieses Leeregefühl bleibt. Ist das eine normale Reaktion auf den Umzug oder sollte ich einen Psychologen aufsuchen? – AnonymAntwort von Rachana Awatramani, beratender Psychologin: Viele Menschen, die ins Ausland ziehen, kämpfen mit Einsamkeit und sogar depressiven Episoden. Ich verstehe Ihren Konflikt: Sie haben sich in Frankreich integriert, indem Sie Freunde gewonnen, Kontakt zu Indien gehalten und sich mit Job und Workshop beschäftigt haben. Trotzdem nagt die innere Leere.
Ja, dieses Gefühl ist absolut normal in einer neuen Umgebung fern der Komfortzone. Sie sind aus einer vertrauten Kultur herausgerissen. Eine Therapie kann hilfreich sein, um Ihre Gedanken zu sortieren.
Nehmen Sie sich Zeit zum Reflektieren: Warum sind Sie nach Frankreich gegangen? Ist das Ihre Priorität? Dann lernen Sie, damit umzugehen. Fehlt Indien zu sehr? Suchen Sie indische Communities in Frankreich oder Selbsthilfegruppen, um Erfahrungen auszutauschen. Als Neuling in einer fremden Kultur ist das eine typische Phase – sie geht vorüber.
Rachana Awatramani ist beratende Psychologin bei Insight Counseling Services in Mumbai.
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