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Warum ich Cinderella und Rapunzel für meine Tochter 'ruiniert' habe – und bessere Vorbilder fördere

Warum ich Cinderella und Rapunzel für meine Tochter  ruiniert  habe – und bessere Vorbilder fördereAls Mutter mit jahrelanger Erfahrung im Umgang mit Disney-Prinzessinnen weiß ich: Viele Eltern mit Töchtern kennen das – endlose Wiederholungen von Rapunzel, Cinderella, Aurora, Schneewittchen oder der kleinen Meerjungfrau. Ich kann meiner Vierjährigen das nicht verübeln; ich selbst bin damit aufgewachsen. Ihr Zimmer quillt über vor Cinderella-Taschen, Rapunzel-Lunchboxen, Schneewittchen- und Aurora-Puppen, Jasmine-Spielmatten und mehr. Sogar unsere Gute-Nacht-Geschichten drehten sich darum.

Doch bei ihrer vierten Geburtstagsfeier, als sie eine Cinderella-Torte forderte und bei Absage eine Rapunzel-Torte als Alternative wollte, war ich alarmiert. Diese Prinzessinnen-Fantasie musste enden – sie brauchte starke Vorbilder. Am Abend, statt der üblichen Geschichten, sagte ich: "Weißt du, ich mag diese Märchen gar nicht." Sie war baff. Die Mama, die immer begeistert vorgelesen hatte, offenbarte: "Hätte ich Aschenputtels Stelle gehabt, hätte ich nicht auf den Prinzen gewartet. Und als Rapunzel hätte ich selbst gehandelt, um zu entkommen. Findest du nicht?" Sie nickte eifrig. "Aschenputtel hätte jederzeit gehen und frei leben können, statt unglücklich zu bleiben. Das ist doch dumm, oder?" – "Ja, Mama! Und Rapunzel hätte sich die Haare schneiden können, damit die Hexe sie nicht hochkommt. Oder sogar damit klettern und fliehen!" – "Genau! Sie wollten alle glücklich sein, warteten aber auf Männer, die sie retten. Das ist nicht klug."

Später, als sie von Mobbing durch einen Jungen in der Kita erzählte, fauchte ich: "Wehr dich!" Ihre Antwort: "Aber er ist stärker." Das brach mir das Herz. Diese Geschichten vermitteln, dass Hilflosigkeit okay ist – was absolut falsch ist.

Doch Veränderung setzte ein. Statt Prinzessinnen-Geschichten schwärmte sie von Moana, die allein gegen die Welt kämpfte und ihren Stamm rettete – mutig, unabhängig, ohne Prinzen. Oder Merida aus 'Die mutige Merida', die für ihre Ziele eintrat. Beide ohne Liebesstory, purer Selbstbehauptungswille.

Haben Sie bedacht, wie klassische Prinzessinnen Töchtern einbilden, Schönheit zähle mehr als Stärke? Zu Hause änderte sich alles: Zum fünften Geburtstag wählte sie nicht Cinderella, sondern segelte mit den Händen und rief: "Moana!"