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Warum löst die Periode Heißhunger aus? Hormonelle Erklärungen und bewährte Tipps

  • Das Hormon Progesteron steigt vor der Menstruation an und regt den Appetit an.
  • In der Periode verbrennt der Körper mehr Kalorien.
  • Bei PMS oder Depressionen kann das Verlangen nach Essen stärker ausfallen.
  • Gewichtsveränderungen beruhen meist auf Wassereinlagerungen, nicht auf Fettzunahme.

Frage: Wenn 'diese Zeit des Monats' naht, fühlt sich mein Magen wie ein bodenloses Fass an. Ich esse und esse, besonders Süßes. Ist das normal?

Antwort: Ja, absolut. Ein erhöhter Appetit oder Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel kurz vor oder während der Periode ist bei vielen Frauen üblich.

Die Idee, dass die Periode unkontrollierbares Verlangen nach Süßigkeiten weckt, wird kulturell so verstärkt, dass sie zur Selbst­erfüllenden Prophezeiung werden kann. Wenn wir glauben, hilflos zu sein, rechtfertigen wir leichter unsere Gelüste. Doch biologisch ist daran etwas dran – es ist nicht nur Einbildung.

So beeinflusst der Zyklus Appetit und Stoffwechsel

Progesteron steigt in der zweiten Zyklushälfte an, bereitet die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor und fördert den Appetit. Studien an Tieren zeigen: Sie essen in dieser Phase mehr und bevorzugen kalorienreiche Nahrung, um Energie für eine Schwangerschaft zu speichern.

Wir sind jedoch nicht unseren Hormonen ausgeliefert. Leptin, das in der gleichen Phase ansteigt, dämpft den Hunger. Zudem verbrennen Sie vor der Periode mehr Kalorien – nicht 500 extra pro Tag, wie ein Mythos behauptet, sondern etwa 500 pro Zyklus. Das kann Snack-Gelüste ausgleichen, solange es nicht eskaliert.

Gewichtsschwankungen von ein paar Kilo monatlich sind normal und meist Wassereinlagerungen, kein Fett.

Die Rolle von Serotonin

Serotonin reguliert Stimmung, Schlaf und Verdauung. Sinkt es vor der Periode – besonders bei PMS oder Depressionen –, steigt das Verlangen nach Kohlenhydraten, da diese den Serotoninspiegel boosten. Bei manchen Frauen bleibt Serotonin stabil, bei anderen nicht.

Problem: Raffinierte Kohlenhydrate lösen oft einen Teufelskreis aus. Besser: Andere Wege wählen.

Psychologin Dr. Ellen Hendricksen rät in Interviews zu Stimmungsboostern jenseits von Essen.

Praktische Strategien gegen Heißhunger

  1. Greifen Sie zu sättigenden, gesunden Optionen: Obst, Gemüse, Vollkorn und Protein.
  2. Bei emotionalem Hunger: Spaziergang, Sport, Massage, Yoga, Film oder Anruf bei Freunden – kalorienfrei glücklich werden.
  3. Schlaf priorisieren: Schlafmangel verstärkt Gelüste massiv.
  4. Schokolade? Ja, aber bewusst: 30-60 g hochwertige statt Riesenpackung.

Bei starkem PMS oder Depressionen: Professionelle Hilfe suchen. Behandlungen können Ihr Leben verbessern.

Quellen

1. L. Dye et al., 'Menstruationszyklus und Appetitkontrolle: Implikationen für die Gewichtsregulation', Human Reproduction, 1997.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9221991/

2. Krishnan S. et al., 'Menstruationszyklushormone, Nahrungsaufnahme und Heißhunger', FASEB Journal, 2016.
https://faseb.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1096/fasebj.30.1_supplement.418.6