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Toxische Mutter-Tochter-Beziehung: Wenn Familie verletzt und entfremdet

Ich habe eine toxische Mutter.

Nach Erhalt eines Trennungsbriefs von ihr wartete ich etwa einen Monat, bevor ich anrief. Rückblickend hätte ich länger warten oder den Kontakt sofort abbrechen sollen.

Sie startete das Gespräch damit, dass es manchmal notwendig sei, richtig wütend zu werden. Sie schilderte lebhaft, wie sie in die Zahnarztpraxis gestürmt war und Fleur, die Frau des Zahnarztes und Chefrezeptionistin, angeschrien hatte. Der genaue Grund ihrer Wut blieb unklar, doch sie fühlt sich in dieser Emotion wohl.

Meine Mutter beruft sich oft auf ihr Alter, um Vergesslichkeit zu entschuldigen – sei es ein Name oder eine Restaurantrechnung. Doch für ihren Wutausbruch findet sie keine Ausreden.

Sie glaubt, das Alter berechtige sie, ihre Meinung ungefiltert kundzutun, egal wie verletzend. Wenn Schreien ihr guttut, ist es für sie richtig.

Vor ihrer Entscheidung, den Kontakt abzubrechen, war sie oft unansprechbar. Ich versuchte vergeblich, sie über ihren Klingelcode zu erreichen – anrufen, auflegen, erneut wählen. Ich war besorgt um ihr Wohl, doch auch erleichtert, nicht reden zu müssen.



Sie besitzt einen Lebensalarm-Anhänger, trägt ihn aber nicht immer, wenn er nicht zum Outfit passt. Trotz ihres Alters ist sie eitel. Manche Outfits lassen keinen Platz für so ein Gerät.

Ich konnte nie sicher wissen, ob sie gestürzt war oder ob der Alarm funktionierte und sie einfach nicht reagierte.

Nach Anrufen bei Familienmitgliedern kontaktierte ich die benachbarte Zahnarztpraxis. In ihrer kleinen Stadt kennt jeder sie – und meidet sie wohl. Das Personal bestätigte, sie an diesem Morgen gesehen zu haben.

Als ich sie erreichte und den Anruf erwähnte, war sie wütend, dass sie nicht vorbeigekommen waren. Sie erwartete mehr Fürsorge.



Ihre Logik: Sie hatten ihre Zähne gepflegt, warum nicht den Rest? Doch selbst bei einem Besuch hätte sie die Tür vielleicht ignoriert.

Der Kern ihrer 'Fleur-Geschichte': Gefühle rauslassen sei besser als unterdrücken.

Sie hält auch: Emotionale Zurückhaltung führe zu Schlaganfällen, Überfreundlichkeit zu Herzinfarkten. Ihre Theorien sind umfangreich. Ihre kämpferische Art könnte ihr Leben verlängern.

Nach ausführlichen Berichten über ihre Tiere kam sie zum Kern: meinem Verhalten bei unserem letzten Besuch am Friedhof, ihrem Wunschgrab.

Vermeiden Sie Familienausflüge zu Gräbern – unser war quälend.

Sie war unzufrieden, wie ihr Brief zeigte.

Ich korrigierte Fehlinformationen: Wie konnte sie meinen 'gereizten' Ausdruck sehen, von hinten, mit nur einem guten Auge?

Das Gespräch eskalierte; sie listete 'Vergehen' auf und nannte mich 'Pissantin'. Ich legte auf.

Am nächsten Tag nachschlagen: 'Pissant' bedeutet unbedeutend. Von der eigenen Mutter so tituliert schmerzt tief.

Am Arbeitsplatz weinte ich; sie hielt mein Leben für nichts. Ich rief wütend an – sie respektiert Wut.

'Ich bin nicht unbedeutend!', schrie ich.

'Habe ich nie gesagt', konterte sie verwirrt.

'Das bedeutet pissant!'

Sie meinte nicht 'unbedeutend', sondern 'pissant'. Ihre Wortwahl ist oft rätselhaft, wie eine Fremdsprache ohne Dolmetscher.

Ich plädierte wie vor Gericht um Respekt. Sie legte einfach auf.

Meine Nichte, die ähnliche Erfahrungen hat, sagte weise: 'Du siehst sie als Mutter – sie ist es nicht.'

In einer Karte schrieb sie: 'Verwirrt über deine Empörung. Nicht kritisch zu deinem Leben – nur zu deiner Art hier.' Trostlos.

Ich bin immer höflich, vermeide Konflikte. Doch Nettigkeit mag sie nicht.

Sie endete: 'Liebe sagen? Das Wort hat für mich Bedeutung verloren.' Früher: 'Nur meine Tiere liebe ich.'

Sie versteht Liebe nicht, aber Wut.

Ich verschwende keine Emotionen mehr; unsere Beziehung ist zu unbedeutend.