In unserer Gesellschaft werden abwesende Väter oft hart verurteilt – als egoistisch, als Versager oder gar als soziopathisch. Die negativen Meinungen überwiegen klar. Die Folgen eines Vaterdefizits für Kinder sind wissenschaftlich gut belegt: Höhere Raten an Jugendkriminalität, niedrigere Einkommen und erhöhtes Depressionsrisiko, besonders bei Jungen, die auf starke männliche Vorbilder angewiesen sind.
Doch empfinden abwesende Väter Schuld, Trauer oder Reue? Die klare Antwort: Die meisten ja. Alleinerziehende Mütter leisten oft Großartiges, doch elterliche Unterstützung ist essenziell. Die Gesellschaft erwartet von Vätern Verantwortung, doch viele scheitern – mit Folgen für die Kinder.
Wir alle brauchen die Liebe und Führung unserer Väter. Deshalb habe ich fünf Betroffene interviewt, um zu verstehen, warum Männer die Zeit mit ihren Kindern opfern und wie sie heute darüber denken.
So habe ich die wahren Gefühle abwesender Väter erforscht: "Fühlen sie sich schuldig?"
Hier die Aussagen von fünf Männern. (Namen geändert zum Schutz der Anonymität.)
Mario, 67
F: Wie viele Kinder haben Sie?
Zwei. Es waren Zwillinge.
F: Warum waren Sie abwesend?
Ich bin vor meiner Frau und den Kindern geflohen, weil ich es nicht mehr aushielt. Ich war jung, sie war anspruchsvoll, wir passten nicht zusammen. Sie wurde unleidlich, nörgelte, nahm zu und demütigte mich öffentlich. Kinder waren nicht mein Wunsch – sie hat die Verhütung sabotiert und erwartete, ich würde mich fügen. Stattdessen begann ich eine Affäre mit einer Kollegin, ließ die Familie im Stich und verließ das Land. Sie erfuhr es erst, als ich in den USA war.
F: Haben Sie Ihre Kinder je wiedergesehen?
Nein, und es zerfrisst mich. Ich habe versucht, sie zu finden, aber sie wollen keinen Kontakt. Ich habe alles verloren.
F: Fühlen Sie sich schlecht dafür?
Ich kann mir selbst nicht vergeben.
Jayden, 33
F: Wie viele Kinder haben Sie?
Eins.
F: Warum waren Sie abwesend?
Ich habe klargemacht, dass ich keine Kinder will. Sie behauptete, bei Schwangerschaft würde sie abtreiben. Doch sie wurde schwanger, als sie merkte, ich wollte gehen. Sie drohte mit Heirat, nutzte die Schwangerschaft als Druckmittel. Ich stellte sie vor die Wahl: Alleinerziehend oder Abtreibung. Sie traf ihre Entscheidung.
F: Haben Sie Ihr Kind je wiedergesehen?
Sie schickt Fotos und drängt auf Treffen. Ich habe kein Interesse. Nach Vaterschaftstest zahle ich Unterhalt, aber mehr nicht.
F: Fühlen Sie sich schlecht?
Nein, egal wie es klingt. Ein Kind darf keine einseitige Entscheidung oder Fessel sein.
Julio, 35
F: Wie viele Kinder haben Sie?
Drei. Beim Ersten bin ich abgehauen.
F: Warum waren Sie abwesend?
Das erste Kind kam mit 17. Panik, ich wollte feiern. Sie behielt es, ich ging zu den Marines, um wegzukommen. Unterhalt zahle ich nach Drohung, aber gesehen habe ich es nicht. Es erinnerte mich an meine Fehler.
F: Haben Sie sie wiedergesehen?
Mit acht trafen wir uns – widerwillig erlaubt von der Mutter. Es war schwer: Neugier, aber Ressentiments. Unsere Beziehung bleibt oberflächlich; manchmal ziehe ich mich zurück.
F: Und die anderen Kinder?
In meinen 30ern gezeugt. Ich schwöre, diesmal zu bleiben, versuche Besserung – ob es hält, weiß ich nicht.
F: Fühlen Sie sich schlecht wegen der ersten Tochter?
Ja, ich bin nicht stolz. Bekannte sehen mich anders; ich bin nicht der Mann, der ich sein könnte.
F: Beeinflusst es Ihr Dating-Leben?
Die meisten Frauen meiden mich, wenn sie es hören. Verständlich.
Lenny, 25
F: Wie viele Kinder haben Sie?
Ein Mädchen.
F: Warum waren Sie abwesend?
Ich war nicht bereit. Wollte erst 'Wild Oats säen'. Ich zog mich von der Mutter zurück – und damit von der Tochter. Alles fühlte sich falsch an, zu viel Geld und Zeit.
F: Haben Sie sie wiedergesehen?
Nein, obwohl ich die Chance hatte.
F: Erzählen Sie anderen davon?
Nein.
F: Fühlen Sie sich schlecht?
Ja, nicht stolz. Ich räume auf und hoffe, es nächstes Mal besser zu machen.
F: Denken Sie an sie?
Ich versuche, es zu vermeiden.
Gary, 30
F: Wie viele Kinder haben Sie?
Weiß nicht genau. Drei? Von verschiedenen Frauen.
F: Warum waren Sie abwesend?
Manche sagten erst später Bescheid. Andere wollten mein Geld – ich hab nicht darum gebeten. Sie sollten selbst klarkommen. Ich habe ein schweres Drogenproblem; welches Kind will das?
F: Haben Sie sie wiedergesehen?
Nein, und die Mütter auch nicht.
F: Fühlen Sie sich schlecht?
Manchmal ein bisschen. Aber Leben ist zum Spaßhaben da.