Chester Bennington und Linkin Park prägten meine Jugend (Bild: Facebook). Mit 13 Jahren erschien Hybrid Theory. Jeden Abend nach der Schule hörte ich das Album – beharrlich, bis Meteora 2003 folgte. Die Schule wurde zur Hölle: Ich stand vor meiner 10. Fachprüfung.Es war die dunkelste Phase meines Lebens. Ständige schlechte Noten führten zu Demütigungen: Meine Eltern wurden gerufen und hörten Sätze wie „Ihre Tochter punktet so schlecht“, „Mathe ist katastrophal“, „Wir behalten sie für Nachhilfe“ oder „Niemand aus unserer Schule hat je eine so schlechte Note bekommen – eine Schande!“.
Trotz der Unterstützung meiner Eltern fühlte ich mich hilflos, dumm, wertlos. Kein Lernen brachte mich über 60 Prozent. Da wurde Linkin Park mein Retter. Chesters emotionale, kraftvolle Stimme linderte meine Schmerzen wie Balsam.
Nach Spott vom Mathe- oder Geschichtslehrer dröhnte „One Step Closer“ laut aus meinem Zimmer. Wenn eine „Streberin“ mit 90 Prozent prahlte, tröstete „Somewhere I Belong“. Eltern und Nachbarn kannten Hybrid Theory und Meteora auswendig. Chesters Schrei signalisierte: Noch ein harter Schultag überstanden.
Ich liebte Linkin Park so sehr, dass ich als 15-Jährige von einem tätowierten, wilden Rockstar träumte. Chester formte mich, half mir, Ängste zu besiegen und weckte Lust auf mehr Rock – Iron Maiden, Metallica, Green Day, Within Temptation, Slipknot, Evanescence. Doch ich kehrte immer zu Hybrid Theory zurück.
Chester, du hast unzählige Leben berührt. Dein Abschied raubt uns Hoffnung, Kindheitserinnerungen und Mut. Das vergesse ich nie.
Ich kann das nicht mehr,
Ich sage alles, was ich zuvor sagte,
All diese Worte machen keinen Sinn,
Ich finde Glückseligkeit in der Unwissenheit,
Je weniger ich spreche, desto weniger - von Gayatri Bhadran
(Bild mit freundlicher Genehmigung: Facebook)