Pankaj Advani ist ein junger Leistungssportler und einer der zurückhaltendsten Athleten seiner Zunft. Der 16-fache Billard- und Snooker-Weltmeister hat kürzlich die Kolkata Open Snooker Championship dominiert. Als Träger des höchsten indischen Sportehrenpreises, des Rajiv Gandhi Khel Ratna, sprach er offen über Gott, persönliche Wendepunkte und seine Philosophie des Lebens. Hier die Highlights aus unserem exklusiven Gespräch. Der Moment, der Ihr Leben verändert hat...
Das war zweifellos mein erster WM-Titel. Mit 18 Jahren reiste ich nach China zur Snooker-Weltmeisterschaft. Gegen alle Erwartungen besiegte ich im Finale meinen pakistanischen Gegner. Danach wandelte sich mein Selbstvertrauen, meine Karriere – mein gesamtes Leben.
Ein unvergessliches Erlebnis...
Die Verleihung des Rajiv Gandhi Khel Ratna Awards durch den indischen Präsidenten 2005 war eine immense Ehre. Der Applaus des Saals hallt noch in mir nach. Das Treffen mit Dr. APJ Abdul Kalam war ein weiterer Höhepunkt – für Sekunden war ich wie erstarrt. Ein unbeschreibliches Gefühl.
Was unterscheidet Sie von anderen?
Meine Mutter nennt mich "Schnellkochtopf", weil ich oft bis zum Schluss warte, dann explodiere und siegreich zurückkehre. Nicht immer gewollt, aber ich habe mich in vielen Matches aus scheinbar ausweglosen Lagen gekämpft. Während andere schnelle Siege und Druckfreiheit suchen, gedeihe ich unter Extrembedingungen.
Wie lassen Sie los?
Alles auf dieser Welt ist vergänglich – Erfolge, Besitz, Titel. In 25 bis 50 Jahren wird man mich vergessen haben. Nehmen Sie sich nicht zu ernst! Ich nehme meinen Sport ernst, mich selbst nicht. So bleiben Misserfolge erträglich und Erfolge machen nicht überheblich. Man fühlt sich frei und leicht.
Wenn alle, die Sie kennen, morgen sterben würden, was tätigen Sie?
Ich würde einen Rettungsplan schmieden und mit ihnen reden. Falls unmöglich, fragte ich: "Was möchtest du als Letztes tun? Welche Wünsche kann ich erfüllen?"
Glauben Sie an Wiedergeburt?
Ja, absolut – aufgrund des Gesetzes des Karma.
Hatten Sie je ein außergewöhnliches Erlebnis?
Als Fan von Christopher Nolan war "Interstellar" für mich ein außerirdisches Abenteuer. Die Kinematografie, Musik und fremden Planeten versetzten mich in eine andere Dimension. Filme wie dieser entführen uns in neue Welten.
Wie verbinden Sie sich mit Gott?
Gott ist in jedem von uns! Es ist die innere Stimme, die uns warnt oder den richtigen Weg weist – zwischen Gut und Böse unterscheidet. Ihm helfen, die Straße zu überqueren oder Benachteiligten beizustehen, das ist Gott. Hören Sie auf diese Stimme, sie hat meist Recht. Der beste Weg: Sich seinem Willen hingeben.
Wie meditieren Sie?
Ich meditiere nicht täglich, aber in stillen Momenten schließe ich die Augen, kontrolliere meinen Atem und lasse Gedanken los. Stillsein ist nicht Nichtstun – es geht um geistige Klarheit. In England pendelte ich zwei Jahre mit dem Bus zur Akademie. Diese Stunde nutzte ich zum Meditieren: Es war transformierend, verband mich mit meinem höheren Selbst.