Meine Liebe zu ihr endete nicht mit ihrer Ehe (Thai Yuan Lim/Getty Images)
Es fiel mir lange schwer zu glauben, dass man sich fürs Leben verlieben kann. Ich hatte nie eine tiefe Abhängigkeit von anderen Menschen gespürt – bis ich sie traf. Es war keine Liebe auf den ersten Blick; anfangs sah ich sie nur als Weg, um an ihre attraktive Freundin heranzukommen. Doch sie zeigte Interesse, während die andere schwer erreichbar war. Also wählte ich den einfacheren Part.
Da sie für mich ein leichter Fang war, hielt ich alles locker und plante bereits, wie ich die Affäre beenden würde, sobald wir für MBA oder Job in verschiedene Städte zogen. Das Leben lässt sich jedoch nicht planen – das merkte ich schmerzlich, als wir nach sechs Jahren tatsächlich auseinandergingen.
Wir erlebten Höhen und Tiefen zusammen: Kämpfe, Trennungen, Betrug, Vergebung. Doch etwas Magisches hielt uns aneinander gebunden. Keiner von uns konnte sich einem anderen wirklich hingeben. Das Wort "Liebe" war nur für sie reserviert. In ihrer Nähe lag pure Magie in der Luft. Dann planten wir unsere Ehe. Ich liebte sie unzweifelhaft, doch der Gedanke an die Ehe jagte mir Angst ein – teils wegen unserer stürmischen Vergangenheit, vor allem aber, weil ich mich eingeengt fühlte.
Ich erinnere mich genau an jene Nacht: Nach einem heftigen Streit forderte sie eine klare Antwort zur Hochzeit. Kalt sagte ich "Nein". Nicht aus Mangel an Liebe oder Bindungsangst, sondern aus Furcht vor der Institution Ehe. Meine Weigerung wirkte verheerender, als ich ahnte: Vier Monate später heiratete sie einen anderen. Da wurde mir klar, dass ich alles vermasselt hatte.
Drei Jahre sind vergangen, und ich bin immer noch bis über beide Ohren verliebt. Ich probierte andere Beziehungen aus, doch keine hielt länger als drei bis vier Monate – niemand konnte sie ersetzen. Es ist surreal: Ich spüre ihren Duft, träume von ihr, wir lachen zusammen. Die Tiefe meiner Liebe offenbarte sich erst bei einem Facebook-Bild: Sie mit ihrem Baby, einem kleinen Mädchen. Tränen der Freude rannen mir übers Gesicht. Plötzlich überwältigten mich väterliche Instinkte – ich wollte ihr Kind halten. Wenn man jemanden wirklich liebt, liebt man alles, was zu ihr gehört.
Nicht jeder erlebt eine solche intensive Liebe. Finde diese eine Person, lass sie nicht gehen – wie ich es tat.
(Von Anonym)