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In meinen 20ern als 'Tante' tituliert: Meine Reise zur Selbstakzeptanz trotz Übergewicht

In meinen 20ern als  Tante  tituliert: Meine Reise zur Selbstakzeptanz trotz Übergewicht Repräsentatives Bild
Es ist inzwischen so oft passiert, dass ich mich damit abgefunden habe. Doch ich erinnere mich genau an das erste Mal: Ich war gerade in der 10. Klasse. Auf der Hochzeit eines Cousins waren wir alle herausgeputzt. Wie die anderen Mädchen in meinem Alter trug ich einen Saree – einen rosafarbenen mit aufwendigen Goldverzierungen. Monatelang hatte ich darüber nachgedacht, was ich anziehen sollte. Als ich diesen sechs Meter langen Stoff um eine Schaufensterpuppe gewickelt sah, war ich mir sicher.

Ich war 16 und eher üppig gebaut. Meine Familie und Freunde nannten mich nie 'fett', sondern 'mollig' oder 'süß'. Dieses mollige, süße Mädchen trug übergroße Kleidung und freute sich darüber. Doch mein Glück hielt nicht lange. Auf der Hochzeit bat mich ein Familienmitglied, die Caterer zu erinnern, das Essen warm zu halten. Gehorsam machte ich mich auf die Suche nach dem Food- and-Beverage-Manager. Als ich ihn nicht fand, fragte ich einen Kellner. Er antwortete höflich: „Tanteji, er ist in der Küche. Soll ich ihn holen?“

Es dauerte einen Moment, bis ich begriff. Verwirrt fragte ich mich, ob es eine Beleidigung war – doch sein Gesicht strahlte pure Höflichkeit aus. An einem anderen Tag hätte es mich tief getroffen. Aber es war eine Hochzeit, und nur die Braut durfte zusammenbrechen.

Das war erst der Anfang. College-Studentin hin oder her – Gemüseverkäufer, Schulkinder und viele mehr nannten mich 'Tante'. Das letzte Jahrzehnt war hart. Ich war deprimiert, wütend – verständlich für jeden in meiner Lage. Ich probierte quälende Diäten, hungerte tagelang, um Gewicht und Spitznamen loszuwerden. Ich wechselte von Gym zu Gym, in der Hoffnung auf ein Wunder. Nichts half.

Erst mit der Zeit erkannte ich meinen Fehler: Diäten allein reichen nicht. Kurzfristiges Training bringt keine bleibenden Ergebnisse. Und vor allem: Ich muss nicht abnehmen, nur weil andere mich 'Tante' nennen. Übergewicht kann ernsthafte Gesundheitsrisiken bergen, doch ich machte mir mehr Sorgen um den Blick der anderen.

Mit den Jahren kam die Akzeptanz. Ich kann kein Magazin-Model werden – und das ist auch nicht gesund. Realistische Ziele und Respekt vor meinem Körper waren der Schlüssel. Als ich aufhörte, mich zu stressen, verbesserte sich alles: Weniger Depressionen, besserer Schlaf. Heute lächle ich nur, wenn mich jemand 'Tante' nennt. Ich weiß, wohin ich will, und gehe langsam, aber stetig voran.

– Von Ankita Dwivedi