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Das Erwachen der Empathie in der Pandemie: Persönliche Einsichten aus Krisenzeiten

Das Erwachen der Empathie in der Pandemie: Persönliche Einsichten aus KrisenzeitenDie Welt ringt seit Monaten mit dem Coronavirus und wird dies tun, bis ein wirksamer Durchbruch gelingt. Seit dem Ausbruch in unserem Land haben wir extreme Phasen durchlebt: anfängliche Panik und strenge Lockdowns, den Exodus von Migranten und nun eine gewisse Gelassenheit bei manchen, die das Leben einfach weiterführen. Wir haben uns an die 'neue Normalität' angepasst. Unsere Google-Suchen spiegeln das wider – von fieberhaften Abfragen zu Infektionszahlen, Immunstärkung oder symptomlosen Trägern bis hin zu Reiseplänen. Langsam kehren wir zu alltäglichen Suchen zurück und akzeptieren Veränderungen, deren Reversibilität ungewiss bleibt.

Das Wertvollste, was die Pandemie hervorbringt, ist jedoch die gesteigerte Empathie. Viele werden sich ihrer Umgebung bewusster und reichen helfend die Hand. In einer sonst egozentrischen, wettbewerbsgetriebenen Welt blüht Wohlwollen auf. Einige haben den Stein ins Rollen gebracht, indem sie Bedürftigen halfen – und andere folgten. Heute ist Hilfsbereitschaft trendy, sei es für Social-Media-Ruhm, polarisierende Gesten oder echten Karmagehorsam. Unabhängig vom Motiv zählt das Ergebnis: Betroffene erhalten in der Krise einen echten Boost für ihre Resilienz.

Als jemand, der seit fast fünf Monaten arbeitslos ist, habe ich erlebt, wie diese Zeit mich geduldiger, weniger verletzlich und widerstandsfähiger macht. Der Verlust des Jobs öffnet neue Ebenen des Kontakts zu Menschen – eine Veränderung, die bleibt. Diese Phase prägt uns alle, Beschäftigte wie Arbeitslose gleichermaßen. Letzte Woche beim Einkaufen in Chennai – als Nicht-Tamil-Sprechender eine Herausforderung – stieg ich in ein Taxi. Nach Verhandlungen einigten wir uns auf 150 INR. Während der Fahrt beobachtete ich die Menschen: einfache Gesichter, die trotz wirtschaftlicher Not ihren Alltag meisterten, wartend an Ampeln auf Zweirädern oder in Autos.

„Madam, sind Sie aus Chennai?“, fragte der Fahrer. Es entspann sich ein Gespräch übers Leben in der Pandemie, wie Corona Existenzen zerstört. Trotz Masken und gebrochenem Englisch verstanden wir uns. „Arbeiten Sie in der IT, Ma?“ Ich lachte: „Anna, kein Job wegen Corona.“ Er pausierte: „Keine Sorge, Madam, Gott wird sorgen.“ Bei der App-Zahlung scheiterte ich mehrmals. Nach 2–3 Minuten lächelte er hinter der Maske: „Behalten Sie es, zahlen Sie nächstes Mal.“ In 29 Jahren keine solche Geste eines Fahrers. Ich winkte ihm nur nach – seine Nummer nahm ich nicht, um die Erinnerung pur zu halten. Tief drin hoffe ich, ihn wiederzusehen, zu plaudern und das Leben mit holprigem Englisch zu teilen.

Es geht nicht mehr nur um ‚Gutes erntet Gutes‘. Jeder erwacht zu bewusster Empathie. Wer es noch nicht tut, sollte folgen. Der Instinkt schlummert in uns allen – es braucht nur den Auslöser. Hilfsbereitschaft für Likes mag freuen, doch wahre Empathie erfüllt uns mit dem Gefühl, lebendig zu sein.

- Von Joonak Konwar