Onam ist mein absolutes Lieblingsfest – und Ona Sadya das köstlichste Mahl der Welt. Als langjährige Kerala-Bewohnerin erinnere ich mich lebhaft an üppige Teller mit rotem Matta-Reis, knusprigen Pappadums, cremigem Parippu, frischem Avial, herzhaftem Erissery und erfrischender Pachadi. Die Payasams wie Paal Payasam, Ada Pradhaman und Parippu Pradhaman krönten das Festmahl auf Bananenblättern. Traditionell rein vegetarisch zur Feier des mythischen Königs Mahabali, ergänzten wir in unserer essensliebenden Familie dennoch oft gebratenes Hähnchen oder Fisch.
Seit Jahren fern der Heimat sind die Erinnerungen an Onam frisch: die Sadya-Üppigkeit, der wohlverdiente Mittagsschlaf und Besuche von Freunden und Familie in neuen Onakodis.
Soziale Medien verstärken den Druck auf ein perfektes Ona Sadya – weltweit. Viele Nicht-Malayalees versuchen sich daran, doch meine Versuche, Kindheitserinnerungen wiederzubeleben, scheiterten bisher. Dieses Jahr buchte ich bei einem Restaurant von vor vier Jahren – vergeblich. Sie versetzten uns, was zu Frust und einem einfachen Haushaltsmahl führte. Der Besitzer entschuldigte sich, doch der Schaden war angerichtet: Ein besonderer Tag ruiniert, Kundenvertrauen verspielt.
Unverdrossen orderte ich via Swiggy ein Sadya aus einem renommierten Luxushotel. Die Verpackung imponierte, der Geschmack enttäuschte jedoch. Onam zu Hause fehlt mir schmerzlich. Die Woche ist jung – ich recherchiere weiter gründlich.
- Von Gayatri Bhadran