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Hamare Zamaane Mein: Die vergessenen Freuden simpler Zeiten

Hamare Zamaane Mein: Die vergessenen Freuden simpler ZeitenGestern filmte meine 8-jährige Tochter ein Video von einem Kinderbett, das sie für ihre Puppe gebastelt hat. Sie bat mich, es per WhatsApp zu versenden – was ich tat. Genau fünf Minuten später kam mein kleiner Wirbelwind zu mir gerannt: Gab es schon Antworten? Ich prüfte und sagte: Noch nicht. Doch die Ungeduld wuchs; alle fünf Minuten kam sie nach. Als die ersten Reaktionen eintrafen, verschwieg ich es erstmal und teilte es ihr später mit. Daraus wurde unsere abendliche Gute-Nacht-Geschichte – thematisiert als 'Hamare Zamaane Mein'. Da fühlte ich mich uralt!

Vielleicht überanalysiere ich als Mama zu sehr. Doch der Kern: Unsere 'sofortige' Welt bringt Unruhe. Instant-Nachrichten, Antworten, Bücher, Geschenke – die Liste ist endlos. In unserer Jugend? Nur Maggie-Nudeln waren nach zwei Minuten fertig!

Ich erinnere mich an Briefe an Freunde und Familie: Auf schönem Briefpapier mit Stickern dekoriert, Umschlag lecken und versiegeln (manchmal mit Kaugummi als 'Kleber'). Dann das Warten auf den Postboten – pure Freude beim Anblick eines Umschlags mit meinem Namen!

Geschenke waren jährlich, Ausgehen nur zu Feiertagen. Filme reizten durch Songs, bis man die Story im Kino sah. Wörter nachschlagen? Wörterbuch aufschlagen, alphabetisch blättern. Wochenendausflüge: Spontan zu Onkel und Tante, ohne Voranruf. Oft ein 'Taala' (Schloss) an der Tür – Vater legte Visitenkarte mit 'Hajri toh laga dein' ab, und weiter zum Nächsten. Mütter schämten sich, wenn Keksdosen leer waren; es endete mit 'Khaana yahin kha ke jaana' – ein schnelles Pulao genügte. Alles war unkompliziert und fröhlich.

Telefone? Festnetz, Leerrufe, Streiche. Der Sprint zum Hörer war olympisch! Unbekannte Anrufer sorgten für Spannung – im Gegensatz zu heute: Anrufer-ID, stummschalten, später zurückrufen.

Damals lernten wir Thehraav – Geduld, Anstrengung, Vorfreude. Weniger Erwartungen, weniger Urteile. Manche nennen es primitiv, ich liebe diese Old-School-Art. Alles hat Vor- und Nachteile.

Heute: Lesebestätigungen, blaue Häkchen, Anrufer-IDs. Keine Antwort? Panik, Spekulationen, Ungeduld. Manche deaktivieren es – live and let live! Doch was laden wir ein? Unruhe, Erwartungen, Vermutungen.

Geduld ist eine Tugend. In der Pandemie? Warten wir ungeduldig auf den Impfstoff. Auf meiner Playlist: 'Allah ke Bande, Hans de – Jo bhi ho, kal phir aayega'.

– Von Neha Sibal