"Up, up and away!“Diese vier Worte waren magisch – ein Schlachtruf gegen das Böse, der Sicherheit versprach. Der Mann, der sie sprach, bezwang jede Gefahr, besiegte Schurken und rettete die Menschheit vor Katastrophen. Als Kind war er mein Superheld: Superman, der gutaussehende Retter in Spandex.
Doch als ich in einem überfüllten Bus begrapscht wurde, fehlte er. Ich weinte nicht vor Angst, sondern weil ich mich schmutzig fühlte. Zu klein, um den Mann zu erreichen, zu jung, um es meiner Mutter zu sagen – ich wusste, es war falsch. Ich fürchtete, sie würde mir die Schuld geben, wie bei dem anzüglichen Kommentar eines Nachbarsjungen wegen meines kurzen Rocks. Ich schwieg.
Kein Superman schützte mich, als im Kinosaal jemand sein Sperma auf mein neues Kleid schmierte. Es war bei Titanic. Wie viele indische Kinder ging ich mit meinen Eltern ins Kino. Die Säle waren chaotisch, die Menge ungezähmt. In der Schlange spürte ich etwas Klebriges, Weißes an meinem Arm. Instinktiv wischte ich es ab, ließ das Tuch liegen. Der Vorfall verfolgte mich; ich wusch mir obsessiv die Hände, gequält wie Lady Macbeth von imaginären Flecken – nur weiß statt rot.
Die anonymen Übeltäter wurden konkreter: Zu festes Kneifen in die Wangen, Hände, die zu weit wanderten. Später ein Kollege mit schmutzigen Witzen im Bürotaxi, als einzige Frau. Viele Namen, Gesichter, die mich schuldig und verletzt fühlten ließen. Doch ich nannte sie nie.
Heute hat Tanushree Dutta mir eine Stimme gegeben. Ihre mutige #MeToo-Enthüllung in Indien hat die Angst gebrochen. Wir wissen: Man wird uns glauben. Sie lehrt uns, nicht auf muskulöse Helden zu warten – wir selbst können kämpfen. Es geht um mehr als Hashtags: um eine starke Stimme gegen Ungerechtigkeit und Belästigung.
Alles, was wir tun müssen: uns äußern.
Ein wahrer Superheld ruft nicht „Up, up and away!“
Sie sagt: „Kämpft für euren Respekt!“
Tanushree Dutta, du bist meine Superheldin.
– Von R. Kashyap