Grand-mère ist der formelle französische Begriff für Großmutter und wird mit oder ohne Bindestrich geschrieben. Grand-mère ist etwas weniger formell, während es zahlreiche liebevolle Spitznamen gibt, darunter mémère, mémé, mama und mamie. Letzterer ist besonders bei modernen französischen Familien beliebt.
Gelegentlich wird mémère abwertend verwendet, um jemanden als altmodisch oder langsam zu bezeichnen – ähnlich wie im Englischen der Ausdruck „fährt wie eine Oma“.
Der französische Begriff für Urgroßmutter lautet arrière-grand-mère, wobei Urgroßmütter natürlich auch individuelle Kosenamen erhalten können.
Nicht-Französischsprechende übernehmen manchmal diese Begriffe als Namen für ihre Großeltern, einfach weil sie charmant klingen. In solchen Fällen ist es ratsam, auf Akzente zu verzichten, um Nicht-Muttersprachler nicht zu verwirren.
Erfahren Sie mehr über französische Wörter für Großvater, franko-kanadische Begriffe für Großmutter oder die Aussprache französischer Familiennamen.
Großmuttertag in Frankreich
Der erste Sonntag im März ist der Fête des Grands-Mères, der französische Großmuttertag. Dieser Feiertag hat kommerzielle Wurzeln und wurde von der Kaffeemarke Grand'Mère Café ins Leben gerufen, die ihn bis heute wirbt. Er hat sich auf Schulen ausgebreitet, wo Kinder Karten oder Geschenke für ihre Großmütter basteln. Floristen berichten von Umsatzspitzen bei Zimmerpflanzen, insbesondere Orchideen.
Restaurants bieten spezielle Menüs an, Geschäfte Rabatte, und grands-mères dürfen oft kostenlos Bus fahren.
Es gibt keinen vergleichbaren Tag für Großväter.
Französische Großmütter und Essen
Essen spielt in der französchen Kultur eine zentrale Rolle, und viele Familien pflegen die Rezepte ihrer Großmütter eifrig weiter.
Die Küche war traditionell Frauensache. Trotz liberaler Tendenzen in anderen Bereichen kam Frankreich bei der Geschlechtergleichstellung spät: Frauen erhielten das Wahlrecht erst 1944 und durften bis in die 1960er-Jahre ohne Ehemannszustimmung nicht arbeiten oder ein Konto eröffnen. Heute sind Frauen in Führungspositionen und besser bezahlten Jobs unterrepräsentiert.
Mit vielen berufstätigen Frauen gibt es in französischen Haushalten Fertiggerichte. Dennoch genießen die Franzosen ihr Essen bewusst – zu Hause, bei Freunden oder im Restaurant. Ablehnen oder Anpassungswünsche gelten als unhöflich; der Koch entscheidet, die Gäste schätzen es.
Französische Großmütter und Mode
Neben ihrer kulinarischen Expertise gelten französische Frauen als Modeikonen – auch außerhalb von Paris.
Als Großmütter geben sie ihren Stil nicht auf. Französische Eleganz basiert nicht auf High Heels oder extravaganten Outfits, sondern auf simpler Raffinesse.
Ältere Damen setzen auf klassische Teile mit einem Hauch Dramatik: Strickjacken oder lange Pullover, ergänzt durch schöne Schals und Ohrringe.
Doch wahre Schönheit geht darüber hinaus, wie Vogue betont: Selbstvertrauen, Akzeptanz des Alters und lebenslange Neugier machen den französischen Chic aus.