Der traditionelle jiddische Name für Großmutter lautet bubbe. Aufgrund des unterschiedlichen Alphabets des Hebräischen zur lateinischen Schrift gibt es zahlreiche Transliterationen. Häufige Varianten sind bube, bubbie, bubbeh, bobbe, bobeh und bubby. Viele fügen zur Zuneigung ein -shi an, was zu bobeshi führt.
Manche jüdische Familien bevorzugen das hebräische savta, doch bubbe bleibt die klassische Wahl. Sein warmer, herzlicher Klang macht es auch bei Nichtjuden beliebt.
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Typische Sprüche einer Bubbe
Hier sind gängige jiddische Wörter, die Sie von einer Großmutter hören könnten:
- Naches steht für "Stolz" oder "Freude", oft im Zusammenhang mit Kindern oder Enkeln. Ein Segen für neue Eltern lautet: „Möge dieses Kind dir viel naches bringen.“ Das "ch" klingt wie in challa (Challah).
- Mazel tov ist der klassische Glückwunsch – wörtlich "gutes Schicksal". Perfekt zur Geburt eines Enkelkindes.
- Schmutz (oder schmutz) meint einen kleinen Schmutzfleck, der abgewischt werden muss, etwa vom Gesicht eines Enkels.
- Tchatchke bezeichnet Nippes oder kleine Geschenke, wie Enkel sie ihrer Bubbe schenken. Es hat viele Schreibweisen.
Eine Bubbe teilt oft weise Sprichwörter:
- "Wenn Oma Räder hätte, wäre sie ein Wagen." Erwarten Sie keine Wunder von Ungeeigneten – ähnlich wie "Wenn der Frosch Flügel hätte..."
- "Zeig ihr das Ruder, aber steuer nicht das Boot." Lehren Sie Selbstständigkeit.
- "Werfen Sie den alten Eimer nicht weg, bis der neue Wasser hält." Behalten Sie Altes, bis Neues sich bewährt.
Was ist Jiddisch?
Jiddisch ist eine germanische Sprache der aschkenasischen Juden aus Deutschland und Umgebung. Ashkenas ist der alte hebräische Name für Deutschland. Aschkenasische Juden mischten Deutsch mit hebräischen Elementen und nutzten ab dem 13. Jahrhundert die hebräische Schrift. Aus dem "Judäo-Deutschen" entstand Jiddisch, was einfach "jüdisch" bedeutet.
Die Muttersprache
Jiddisch galt als "Muttersprache" im Gegensatz zum "heiligen" Hebräisch, das Männer lernten. Es ermöglichte Frauen, sich kulturell auszudrücken – lange bevor viele weltweit schreiben konnten.
Der Niedergang des Jiddischen
Im 17./18. Jahrhundert wurde Jiddisch kritisiert, da es Integration behindere. Doch es erblühte im frühen 20. Jahrhundert. Der Holocaust stoppte dies: Sprecher wurden ermordet oder vertrieben.
Beim Aufbau Israels scheiterte Jiddisch als Nationalsprache – zu osteuropäisch, während Hebräisch weltweit bekannt war. Heute sind Hebräisch und Arabisch Amtssprachen.
Jiddisch heute
In den USA und Israel sprechen konservative Gemeinden Jiddisch. Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer schrieb darauf, ebenso seine Schwester Esther Kreitman, Vorlage für Yentl. Ihre Bücher gibt's auf Englisch und Jiddisch.