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Alles Gute zum 82. Geburtstag, Opa Ruskin Bond! Eine Hommage aus Mussoorie

Alles Gute zum 82. Geburtstag, Opa Ruskin Bond! Eine Hommage aus MussoorieAuf den malerischen Hügeln von Mussoorie in Landour thront ein charmantes, altes Häuschen – die Heimstatt eines kuscheligen britisch-indischen Herrn. Dieser aktive Achtzigjährige hat sein Leben dem Schreiben gewidmet: Mit dem Stift zeichnet er Worte auf Papier, das nach Deodar duftet, oder ruht in seinem geliebten Bett, seine beiden größten Leidenschaften.

Mein Vater erzählte mir als Erster von ihm, dem 'Pahadi'-Schriftsteller mit dem magischen Stift, dessen Geschichten die schönsten Fantasien weben. Als Kind stellte ich mir sein Gesicht anstelle meines verstorbenen Großvaters vor. Die 80er und 90er vergingen, Bollywood dominierte, doch meine Faszination für diesen Mann blieb lebendig – ich sehnte mich danach, ihn zu treffen.

30 Jahre später weilt der pummelige 'Rusty Uncle', wie die Nachbarn ihn nennen, immer noch oben auf dem Hügel und meidet den Abstieg. Für viele Kinder ohne eigenen Opa ist er der Großvater schlechthin, so wie für mich. Geboren im vorunabhängigen Indien, lebt er neben Doma's Inn inmitten kolonialer Bungalows. Er schreibt unermüdlich, unterbrochen nur von jungen Fans, die seine Siesta stören.

Letztes Jahr reiste ich nach Mussoorie, um mich bei Indiens größtem Kinderbuchautor Ruskin Bond zu bedanken – für Artikel in Zeitungen und Bücher, die mein Leben prägten. Jemand tippte mich an: Samstags trifft er Fans im Buchladen an der Mall Road. Mit Herzklopfen eilte ich hin – doch er war krank und kam nicht. Enttäuscht schmiedete ich einen Plan: Ihn zu Hause besuchen, ungebeten.

30 Minuten später stand ich vor seinem Ivy Cottage. Zehn Kinder warteten bereits; ich, der Älteste, fühlte mich wie ein Fremder. Stundenlang starrte ich zum 'Zimmer auf dem Dach', sinnend über seine Worte. Ein 10-Jähriger mahnte: 'Lassen wir Rusty Uncle in Ruhe, ihm geht's nicht gut.' Ich stieg die rote Treppe hinauf, verweilte vor der Tür – vergeblich.

Schweren Herzens kehrte ich nach Delhi zurück, beladen mit seinen Büchern, und hinterließ eine Notiz: 'Danke, Großvater.' Ein Jahr nach meinem Besuch in der Königin der Hügel sehne ich mich täglich zurück – nicht nur wegen der Hügel, sondern wegen des Mannes, der sie unsterblich machte. Ich habe ihn nie getroffen, doch zu seinem 82. Geburtstag zitiere ich: 'Ein Mann, den ich nie treffen kann – ihm schenke ich mein ganzes Herz.'