Repräsentatives Bild
Wir erleben beispiellose Zeiten: Das Covid-19-Virus fordert weltweit Tausende Leben und infiziert Millionen. Indien blieb bisher relativ verschont, doch die Infektionszahlen steigen stetig. In einem bevölkerungsreichen Land wie unserem könnte eine unkontrollierte Ausbreitung eine Katastrophe auslösen.
Unser Premierminister, bewusst der Schwächen unseres Gesundheitssystems, verhängte eine 21-tägige landesweite Ausgangssperre – eine mutige Entscheidung, die bisher wirkt. Trotz politischer Differenzen sollten wir stolz auf diesen entschlossenen Führer sein. Die Janata-Curfew zeigte: Millionen Inder folgen seinen Aufrufen.
Dennoch hätte man die Folgen besser abwägen sollen. Delhi und die lokale Polizei waren nicht vorbereitet auf Millionen Wanderarbeiter. Die Szenen im Fernsehen – Zehntausende Tagesarbeiter, die Delhi verließen aus Angst vor Hunger und Obdachlosigkeit – waren erschütternd. Diese Menschen riskierten Infektionen, um ihre Familien zu versorgen. Arbeitgeber hätten humaner handeln können: Temporäre Unterkünfte und Verpflegung hätten Zeit für Gemeinschaftsküchen verschafft.
Akt 1: Szene 1
Hilflos ging ich zu Bett. Plötzlich weckte mich etwas. Um 4 Uhr morgens stand eine Erscheinung neben mir: Yama, der Todesgott. Er verkündete meinen Tod durch Covid-19. Ich flehte um mehr Zeit und Abschied von meiner Frau – vergebens.
Plötzlich in der Hölle: Menschen wurden gequält. Ich protestierte: Mein spirituelles, rechtschaffenes Leben verdiene den Himmel! Yama gab zu, ich habe Gutes getan, doch nicht genug. Meine Sünden? Ich versorgte meine Arbeiter nicht ausreichend. Meine Familie stand an erster Stelle, doch er lehnte ab.
Akt 2: Szene 1
Nach Beratung gewährte Yama mir eine Anhörung. Vor einem Ausschuss füllte ich einen Fragebogen aus. Ergebnis: Nur 2/10 für 'Dienen vor dem Selbst', 3/10 für Gemeinwohlsbeitrag, perfekte 10 für Familie. Nächste Station: Hölle. Ich versprach Besserung – zu spät.
Akt 2: Szene 2
Beim Hölleninterview betonte ich mein ehrliches Leben. Sie lehnten ab: Kein automatischer Eintritt. Stattdessen eine letzte Chance zur Erlösung.
Akt 2: Szene 3
Ich erwachte um 5:30 Uhr neben meiner Frau – erleichtert. Viele jagen Geld und Erfolg, vernachlässigen andere. Viktor Frankl lehrt in 'Man's Search for Meaning': Sinn, nicht Glück, erfüllt. Terry Fox, krebskrank, radelte für Spenden und sammelte Millionen. In Indien halfen viele Samariter. Wir brauchen mehr solcher Helden.
– Von K.S. Venkatachalam