Repräsentatives BildFrage: Mein Mann und ich sind seit 8,5 Jahren verheiratet. Er ist das "Haustier" einer totalen Mutter und schwärmt ständig von ihr. In den ersten Jahren wirkte das noch normal, da er eine enge Bindung zu ihr hatte und wir uns gerade erst kennengelernt hatten. Wir verloren beide unsere Väter – ich im 3. und er im 4. Ehejahr. Sein Beschützerinstinkt gegenüber seiner Mutter verstärkte sich, was ich zunächst nachvollziehen konnte, nachdem ich selbst nach dem Tod meines Vaters meine Mutter unterstützt hatte. Wir zogen näher an die Stadt seiner Eltern, damit meine Mutter bei uns leben könnte, und er fühlte sich durch die Nähe zu seiner Mutter sicherer. Meine Mutter war damals finanziell abhängig, im Gegensatz zu seiner Mutter mit ihrer soliden Basis. Doch meine Mutter nahm eine Arbeit in einer anderen Stadt an und wurde selbstständig.In dieser Zeit ließ die körperliche Intimität zwischen uns nach. Ich schob es auf Arbeitsstress und sein Verantwortungsgefühl gegenüber seiner Familie. Nach unserem Umzug hielt seine Fixierung auf die Mutter an, und auch ich passte mich an. Aufgrund von Jobproblemen wechselte er in eine Firma in der Stadt seiner Mutter. Ich blieb bei meinem Arbeitsplatz. Nun überschreitet seine Besessenheit meine Toleranzgrenze: Selbst nach einem Monat Trennung mischt sie sich ein, beansprucht seine gesamte Zeit und Aufmerksamkeit. Wenn ich Nähe suche, wirft er mir Bedürftigkeit vor und Konkurrenz zu seiner Mutter. Er stellt mich als unvernünftig dar – und es gibt immer noch kaum Intimität, außer bei unseren vergeblichen Versuchen, schwanger zu werden. Meine Geduld ist erschöpft. Liege ich mit meinen Erwartungen falsch? – Von Anonym
Antwort von Dr. Rachna Khanna Singh: Vielen Dank, dass Sie Ihre Situation so offen teilen. Ihre Erwartungen sind absolut berechtigt – ich verstehe Ihre Frustration über den Mangel an Intimität und die Dominanz seiner Mutter voll und ganz.
Als Leiterin der Abteilung für ganzheitliche Medizin und Psychologie im Artemis Hospital, Gurgaon, mit jahrelanger Erfahrung in Beziehungsberatung, rate ich: Führen Sie ein offenes, respektvolles Gespräch. Teilen Sie Ihre Gefühle zum Intimitätsmangel und zur fehlenden Aufmerksamkeit. Erkunden Sie gemeinsam mögliche Ursachen für seine Distanz.
Beginnen Sie mit kleinen Schritten: Gemeinsame Hobbys oder ein Wochenendtrip zu zweit können die Bindung neu entfachen. Stärken Sie parallel Ihre Beziehung zur Schwiegermutter – das entlastet Ihren Mann und schafft Harmonie. Bei Bedarf empfehle ich professionelle Paartherapie.
Dr. Rachna Khanna Singh ist Head of Department für Holistic Medicine & Psychology im Artemis Hospital, Gurgaon
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