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Aus der toxischen Beziehung mit meiner missbräuchlichen Mutter ausbrechen: Ist das egoistisch?

Aus der toxischen Beziehung mit meiner missbräuchlichen Mutter ausbrechen: Ist das egoistisch?Ihre Frage: Ich bin jetzt in meinen 30ern, ein Adoptivkind und lebe bei meiner alleinerziehenden Mutter in den 70ern. Unsere Persönlichkeiten könnten nicht unterschiedlicher sein. Ich möchte ausziehen und mein eigenes Leben führen, fühle mich aber schuldig – schließlich hat sie mir das Leben ermöglicht, das ich heute habe. Sie ist missbräuchlich, und ich kann das nicht mehr ertragen. Es belastet meine geistige Gesundheit enorm. Ist es falsch, wenn ich ausziehe? Laufe ich vor meiner Verantwortung als Tochter davon?
Antwort von Dr. Chandni Tugnait, renommierter Psychotherapeutin und Gründerin von Gateway of Healing: Hallo, vielen Dank, dass Sie uns geschrieben haben. Ich verstehe, wie überwältigend diese Situation für Sie sein muss. Es ist bewundernswert, wie dankbar Sie für das sind, was Ihre Mutter für Sie getan hat – doch das rechtfertigt keinen Missbrauch in irgendeiner Form.

Aus Ihrer Schilderung wird klar, dass Sie mit den nächsten Schritten hadern und sich selbst als Tochter verurteilen, obwohl diese Beziehung Ihre psychische Gesundheit stark belastet. Wichtig: Sich zurückzuziehen dient Ihrer eigenen Heilung, nicht dem Davonlaufen.

Es klingt, als hätte sie Sie emotional, verbal oder sogar körperlich missbraucht und versucht, Ihr Leben bis in die kleinsten Details zu kontrollieren. Haben Sie schon versucht, Ihre Gefühle mit ihr zu besprechen? Den Missbrauch anzusprechen? Hat sie das als 'Schutz' abgetan? Haben Sie gemeinsame positive Aktivitäten unternommen? Wenn Sie alles probiert haben und sich festgefahren fühlen, ist es Zeit, Abstand zu gewinnen – für Ihre Heilung. Das bedeutet nicht, Verantwortung zu scheuen: Sie können sich weiter um sie kümmern, während Sie sich selbst priorisieren. Denken Sie daran: Ohne Ihre eigene Stabilität können Sie niemandem helfen.

Kontrolle und emotionale Manipulation haben in Beziehungen nichts zu suchen. Gesunde Beziehungen basieren auf Empathie, Mitgefühl, Geduld, Respekt und aktivem Zuhören – ohne irrationale Forderungen.

Lernen Sie Selbstfürsorge und setzen Sie gesunde Grenzen. Das stärkt nicht nur Sie, sondern verbessert langfristig Ihre Beziehung. Bieten Sie ihr Hilfe an (freiwillig), und zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Therapie hilft, mit ihrer Wut oder Kontrollsucht umzugehen. Oft entstehen solche Verhaltensweisen aus eigenen Traumata – helfen Sie sich zuerst, um ihr zu helfen.

Wenn die Emotionen Sie überfordern, empfehle ich dringend eine Therapie. Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter!

Dr. Chandni Tugnait ist eine renommierte Psychotherapeutin und Gründerin von Gateway of Healing.
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