Mir fehlen oft die Worte, wenn ich über die indische Armee spreche. Als ich mich mit der Suche nach guten Colleges beschäftigte, waren viele Jungs in meinem Umfeld total aus dem Häuschen wegen der Aufnahmeprüfung für die NDA (National Defense Academy). Ich verstand nicht, warum sie so begeistert waren, ihr Leben zu riskieren, während wir anderen ein bequemes Leben anstrebten. Eine enge Freundin aus der Nachbarschaft, Tochter eines Armeeoffiziers, zeigte mir die glänzende Seite des Militärlebens: bhaiyas, die sich um alles kümmerten, einen Fahrer, stylische Uniformen und Orden an den Wänden.
Eines Abends beim Spazierengehen brach sie in Tränen aus: „Papa ist an der Grenze stationiert, wir können nicht mitkommen. Nach all der Zeit ein normales Leben – und jetzt wieder weg.“ Ich versuchte zu trösten, fand aber keine Worte. Ich konnte es nicht nachfühlen, war nur dankbar, nicht in ihrer Lage zu sein. Dieser Moment lehrte mich, mein eigenes Leben zu schätzen. Kein Luxus der Welt könnte mich dazu bringen, meinen Vater herzugeben.
Im selben Jahr verliebte sie sich in einen charmanten Jungen aus der Gegend, der für die Armee trainierte und atemberaubend aussah. Ich neckte sie: „Willst du, dass er auch weggeht?“ Sie lächelte nur. Ich hakte nicht nach, um sie nicht zu verletzen.
Bald begann sein Training – und das war das letzte Jahr, in dem ich sie sah. Sie zog nach Hyderabad zum Studium, der Kontakt brach ab. Jahre später rief sie an: Verlobung! Neugierig fragte ich nach ihm. Ihre Worte verschlugen mir die Sprache: „Er fiel im Kargil-Krieg. Kurz vor der Abreise hatte er einen Antrag gemacht. Das ist zwei Jahre her.“
Das war vor 12 Jahren. Heute erinnerten mich Bilder trauernder Menschen um Burhan Wani und Debatten, die die Armee des unrechtmäßigen Tötens bezichtigen, daran. Wir machen aus ihm einen Märtyrer und stellen unsere Streitkräfte in ein schlechtes Licht. Dabei vergessen wir die wahren Helden: Söhne, Ehemänner, Väter, die für unser Land starben und ihren Liebsten alles bedeuteten.
Politik und ihre Feinheiten verstehe ich nicht vollends. Aber es schmerzt, wie die Armee für die Eliminierung eines Militanten gedemütigt wird – eines Mannes, der Terrorismus in sozialen Medien verherrlichte und zum Kampf gegen die indische Armee aufrief.
Entschuldigung, Offiziere: Das ist unser Dank dafür, dass ihr die Blüte eures Lebens opfert, rücksichtslos trainiert, auf ein normales Leben verzichtet, Meilensteine mit der Familie verpasst und euer Leben riskiert – weil der „Ruf der Pflicht“ ertönt.
Lieber Soldat, es tut mir leid, dass wir euch spotten, weil ihr einen Mann neutralisiert habt, der mehr Jugendliche zum Terrorismus hätte anstiften können und unsere Sicherheit bedroht.
Es tut mir leid!