Aus dem ovalen Flugzeugfenster blickte ich fasziniert auf die atemberaubende Schönheit und Ruhe Keralas, die uns in den letzten sieben Tagen so tief beeindruckt hatte. Unser Flug startete vom Flughafen Kochi, und ich wollte jeden Blick in mein Herz gravieren. Gerade als die üppig grüne Landschaft in den Wolken verschwand, wurde das Bild des Mannes lebendig, der uns am Flughafen verabschiedet hatte. Die Erinnerung versetzte mich zurück an unsere erste Begegnung vor sieben Tagen.
Am ersten Tag unserer Reise wurde er uns als „Fahrer Benny P. T.“ vorgestellt. Sein herzliches „Guten Morgen!“ vermittelte sofort Sicherheit, dass unsere Bedürfnisse in den kommenden Tagen bestens versorgt sein würden. Und das bewahrheitete sich voll und ganz!
Benny plante unsere Tour mit aufrichtiger Hingabe und achtete auf jedes Detail, damit wir jeden Moment genossen. Einmal kurbelte er bei einer Fahrt durch teebedeckte Hügel die Fenster herunter, damit wir das Aroma frischer Teeblätter tief einatmen konnten.
Sein Charme eroberte unsere Herzen, sein Witz amüsierte uns. Sein fundiertes Wissen über Keralas Geschichte brachte Besuche an historischen Stätten zum Leben. Unterwegs plauderte er lebhaft über Politik, aktuelle Themen, die Bildung seiner Kinder, Geografie, Klima, Landwirtschaft und Handel. Sobald wir anhielten, wurde er zu unserem Guide – und machte sogar atemberaubende Fotos, die uns reichlich Komplimente einbrachten!
Am Tag der Abreise nach Mumbai war sein „Guten Morgen“ herzlich, doch ein Hauch von Wehmut lag in der Luft. Kurz nach Abfahrt hielt er eine improvisierte Abschiedsrede: Er erzählte von seiner Familie, dem Zuhause und wie sehr er unsere Woche genossen hatte – genauso wie wir seine Gesellschaft.
Am Flughafen fragte er nach unserer Ankunftszeit. „Bis 20 Uhr“, sagte Papa. „Okay, Sir!“, erwiderte er.
Ich machte ein letztes Foto mit Benny – dem Menschen, den wir am meisten vermissen würden. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns. Ich dachte, „Aus den Augen, aus dem Sinn“.
Doch ich irrte mich. Um 20:15 Uhr zu Hause klingelte Papas Telefon: „Benny ruft!“ Das Gespräch:
"Sir! Sind Sie sicher zu Hause angekommen?"
„Ja, Benny. Wir hatten eine wunderbare Zeit. Danke für alles!“
„Danke, Sir! Ich werde Sie vermissen …“ (mit einer Pause, die „Bleiben Sie in Kontakt“ implizierte).
„Ich treffe dich im Juli in Kochi“, versprach Papa.
Zwei Monate später reiste Papa nach Kochi und rief Benny an. Am nächsten Tag traf er ihn – mit einem besonderen Geschenk: dem Rezept für Sambhar und Sambhar-Pulver! Denn Mama hatte während unserer Reise brennend Interesse daran gezeigt.
Noch heute hallt seine erste Vorstellung in meinen Ohren: „Er ist eine wirklich süße Person!“