Hast du Glück? Glaubst du, das Leben meidet dich oder schenkt dir glückliche Momente? Was bedeutet Glück für dich? Ist es der Lottogewinn, eine unerwartete Gehaltserhöhung, ein teures Geschenk vom Partner, eine Auszeichnung unter Kollegen, eine spontane Teepause mit der attraktivsten Person im Büro oder der Mittelpunkt der Gruppe zu sein? Jeder Mensch ist einzigartig – mit eigenen Interpretationen, Perspektiven und Sichtweisen.
Ich hielt mich lange für unglücklich, weil ich meilenweit von meinen Liebsten entfernt lebte. Dann traf ich in einem Waisenhaus ein kleines Mädchen, das jede Nacht mit der Hoffnung einschlief, ihre Eltern am nächsten Tag zu sehen.
Ich fühlte mich unglücklich mit wenig Taschengeld unter Freunden, bis ich jemanden kennenlernte, der jeden Cent sparte, um seine ohnehin belastete Familie zu unterstützen.
Die Ablehnung meines Wunschcolleges machte mich unglücklich – bis ich einen vaterlosen Jungen sah, der seit der Kindheit arbeiten musste, weil seine Mutter seine Ausbildung nicht finanzieren konnte.
An sonnigen Tagen in langen Schlangen zu warten, schien mir ein Fluch. Doch dann begegnete ich einem Mann, viermal so alt wie ich, der unter derselben sengenden Sonne bettelte, um wenigstens einmal am Tag etwas zu essen zu haben.
Ein zu niedriges Gehalt quälte mich, bis ich das Gesicht eines jungen Mannes sah, das vor Schmerz und Hoffnungslosigkeit gezeichnet war – nach einer Kette von Misserfolgen hatte er sich das Leben genommen.
Nach einer zerbrochenen Beziehung fühlte ich mich elend, bis ich eine Frau beobachtete, die leblos in einer dunklen Ecke saß und das Foto ihres verstorbenen Mannes umklammerte.
Tägliche fade Mahlzeiten deprimierten mich – bis ich die hungrigen Gesichter von Kindern sah, die um Essensreste auf dem Gehweg mit streunenden Hunden kämpften.
Je länger ich lebe, desto klarer wird mir der Unterschied zwischen harten Tatsachen und unserer Einstellung dazu. Das Leben gehört dir: Fakten lassen sich nicht ändern, aber unsere Haltung? Ist das wirklich so schwer? Hat das Leben dich bisher so schlecht behandelt?
Was zählt mehr: Die Vergangenheit oder die Gegenwart? Bildung oder Misserfolge? Jagen wir Erfolg oder echtes Glück? Man erkennt den Wert erst, wenn etwas fehlt. Doch täglich können wir wählen, wie wir unsere Einstellung gestalten.
Die Vergangenheit ist unabänderlich, Menschen verändern sich nicht nach Wunsch, Unvermeidliches täuschen wir nicht – aber wir können Glück in unserem Leben halten, indem wir für unsere Perspektive geradestehen.
Zum Abschluss die Frage von Anfang: Bist du glücklich?
– von Sweta Mazumdar