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Erste Geburt live erlebt: Als Siebenjährige sah ich eine Kuh kalben

Erste Geburt live erlebt: Als Siebenjährige sah ich eine Kuh kalbenAls ich sieben Jahre alt war, besuchte ich dieselbe Schule, an der meine Mutter als Lehrerin arbeitete. Oft begleitete ich sie und wartete nach Schulschluss eine halbe Stunde länger, bis die Lehrer gegangen waren. Ich war das einzige Kind auf dem Gelände und spielte mit den Aayahs, den Kindermädchen. Als Tochter einer Lehrerin genoss ich besondere Fürsorge – die Schule fühlte sich wie ein zweites Zuhause an.

An einem sonnigen Tag strömten nach Schulschluss Eltern und Lieferwagen vor dem Tor zusammen. Ich liebte das lebendige Chaos: Kinder rannten heraus, Aayahs und Lehrer sorgten für Ordnung. Der Direktor kam oft vorbei, um Pannen zu vermeiden. Manche Kinder warteten auf verspätete Eltern, andere verpassten ihren Van. Ich lauschte fasziniert den Gesprächen der Rezeptionistin, die höflich Eltern anrief – selbst bei hitzigen Debatten blieb sie stets geduldig.

Es war 14:40 Uhr, als meine Mutter und ich die Schule verließen. Wegen der sengenden Sommersonne nahmen wir nicht die übliche Route, sondern schmale Seitenstraßen mit Schatten von Bäumen und Gebäuden.
Als wir eine Querstraße überqueren wollten, stand dort eine Kuh in ungewöhnlicher Haltung. Meine Mutter hielt inne, und ich versteckte mich ängstlich hinter ihr, den Sari fest umklammernd.
"Hab keine Angst, es ist nur eine Kuh, Ma", beruhigte sie mich.

Vorsichtig spähte ich hervor. Tränen glänzten in den Augen der Kuh. "Amma, die Kuh weint!", flüsterte ich.

Kaum ausgesprochen, sickerte Blut neben ihrem Schwanz hervor. Beide zogen wir uns zurück, doch meine Neugier siegte über die Angst. Die Kuh rührte sich nicht. Plötzlich schob sich etwas aus ihrem After – ein schleimiges, blutiges Gebilde baumelte heraus und fiel zu Boden. Wir wichen weiter zurück.

Beim Anblick des Bluts dachte ich: "Sie hat Schmerzen! Wir müssen sie ins Krankenhaus bringen!" Damals gab es keine kostenlosen Tierrettungshotlines, und ich weiß nicht einmal, ob es welche gab. Meine Mutter, erfahrener als ich, erkannte sofort: Die Kuh kalbte. Sie umarmte mich tröstend. "Keine Sorge, das ist normal." Wir umgingen die Stelle und kamen sicher nach Hause. Beim Mittagessen schwiegen wir darüber. Abends sprang ich auf den Schoß meines Vaters und berichtete aufgeregt. Für ihn, aufgewachsen im Dorf, war das Alltag – er lächelte und spielte den Unwissenden.

Diese Szene vergaß ich nie. Mit sieben verstand ich nichts von Geburt und Leben. Heute als Mutter sehe ich dieselbe pure Unschuld in meinen Kindern – jene Magie, die Erwachsene von Kindern unterscheidet.

Von Divya Venkateswaran