Frage: Mein Sohn ist vor etwa 16 Monaten in einer arrangierten Ehe geheiratet. Meine Schwiegertochter ist ein guter Mensch, doch sie holt sich für alles den Rat ihrer Mutter – vom Abendessen über Einkäufe, Kleidung für Familienfeiern bis hin zur Familienplanung. Wir haben oft das Gefühl, dass sie uns nicht als Familie sieht und uns nicht vertraut. Auch mein Sohn ist frustriert. Neulich hörte er sie mit ihrer Mutter über unsere Verwandten sprechen. Erwarte ich zu viel, oder liegt ein Problem in ihrer Haltung vor? – AnonymAntwort von Devisha Batra, beratender Psychologin: Vielen Dank, dass Sie Ihre Situation mit uns teilen. Ich verstehe, wie verletzend es wirken kann, wenn Sie sich aus Entscheidungen ausgeschlossen fühlen, die Ihr Zuhause betreffen. Es schmerzt sicher besonders, wenn Ihr Sohn hört, wie über Ihre Familie gesprochen wird.
Da die Ehe noch jung ist, könnten Ängste vor dem Neuen eine Rolle spielen. Ihre Mutter ist für sie eine bewährte Vertrauensperson. Überlegen Sie: War sie schon immer so, oder hat sich das nach der Hochzeit verstärkt? Vermeiden Sie voreilige Urteile – sie ist dieselbe Person wie zuvor.
Um das zu verbessern, empfehle ich offene Gespräche: Drücken Sie Ihre Gefühle aus, ohne Vorwürfe zu machen, und erklären Sie, wie belastend das ist. So entsteht Vertrauen. Reflektieren Sie auch Ihre eigenen Reaktionen in der Vergangenheit: Wie haben Sie auf ihre Fragen geantwortet?
Setzen Sie klare Grenzen, besonders nach dem belauschten Gespräch, um Missverständnisse zu vermeiden. Verbringen Sie mehr Quality-Time zusammen – das hilft, Perspektiven zu verstehen und Bindungen zu stärken.
Dies erfordert Geduld von allen, führt aber zu engeren Beziehungen.
Devisha Batra ist beratende Psychologin bei IWill Therapy by EPSyClinic.
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