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Warum ich Karwa Chauth nicht feiere – Eine persönliche Geschichte ohne Vorurteile

Warum ich Karwa Chauth nicht feiere – Eine persönliche Geschichte ohne VorurteileRepräsentatives Bild. Bestraft zu werden, weil ich an Karwa Chauth nicht gefaste, ist kein idealer Start in den Tag – oder? Leider begann meiner genau so. Einen Tag zuvor teilte mir meine Köchin mit, dass sie sich freinehme, um für die Gesundheit und das langes Leben ihres Mannes zu fasten. Ein triftiger Grund, um Kochaufgaben ruhen zu lassen.

Allerdings hatte meine Putzfrau Valli weniger Glück. Wegen eines Todesfalls in der Familie – ein entfernter Verwandter war vor Wochen in ihrer Heimatstadt gestorben – durfte sie glückverheißende Feste wie Karwa Chauth nicht feiern. Dennoch kam sie widerstrebend, gerade als ich mich fürs Büro fertig machte. Ich war bereits spät dran und hatte mir wegen des fehlenden Koches ein Chicken-Sandwich zum Frühstück liefern lassen. Als der Bote kam, öffnete Valli die Tür.


Etwas enttäuscht kehrte sie zurück. Ich befürchtete, die Lieferung sei schiefgelaufen – mein Magen knurrte bereits. Glücklicherweise reichte sie mir das Paket. Beim Öffnen der Verpackung musterte sie mich missbilligend und fragte: „Didi, aap vrat nahin rakh rahen hoon?“ (Fastest du nicht?)
Als ich verneinte, hielt sie eine Predigt: „Ich weiß, Sie sind moderne, gebildete Frauen. Aber dieses Fest ist für das lange Leben und die Gesundheit Ihres Mannes. Es ist nur ein Tag. Eine Diät halten Sie doch sonst auch aus – das ist einfach.“


Das war für mich nichts Neues. In meinem ersten Jahr in Delhi lud mich meine Vermieterin ein, mich ihrer Karwa-Chauth-Gruppe anzuschließen. Sie beschrieb, wie sie sich abends im Nachbarschaftspark versammelten und die Rituale abhielten. Der Tag starte früh: Aufstehen vor Sonnenaufgang, Sarga essen, dann fasten – manche ohne Wasser – bis zum Mondsichtung.


Ich war beeindruckt. Hätte ich gekonnt, hätte ich mitgemacht, sagte ich ihr. Traurig blickte sie mich an: „Beta, es ist für deinen Mann. Ich verstehe, wenn du dieses Jahr nicht bereit bist. Es gibt immer ein nächstes Mal.“ Ich nickte zustimmend.


Trotzdem plagt mich an Karwa Chauth immer ein starkes FOMO. An jenem Morgen fragte ich meinen Mann: „Würdest du mich mehr lieben, wenn ich fasten würde?“ Ohne aufzublicken antwortete er: „Oh, sei nicht dramatisch. Ich will nicht, dass du morgen krank bist.“ Etwas enttäuscht – ich hatte mir ein romantisches Ja erhofft, wie in Bollywood-Filmen, mit Mondsichtung durch ein Sieb – aß ich stattdessen zufrieden mein Sandwich, packte die Reste fürs Mittagessen und eilte ins Büro.


— Von R. Kataki