Frage einer besorgten Mutter: Ich bin Hausfrau und ausgebildete Diplom-Kauffrau. Mein 20-jähriger Sohn hält mich jedoch für inkompetent und beratungsunfähig – er nennt mich sogar Analphabetin. Ich spüre, dass er mich nicht mehr respektiert und sich mir überlegen fühlt. Wie kann ich unsere Beziehung stärken und wieder Wertschätzung schaffen? Von Anonym Antwort von Zankhana Joshi, beratender Psychologin: Es ist schmerzhaft, als Mutter den Respekt des eigenen Kindes zu verlieren – das kann das Selbstwertgefühl erschüttern. Lobenswert, dass Sie aktiv Rat suchen.
In der Phase, in der Jugendliche die Welt entdecken, wollen sie eigene Entscheidungen treffen. Geben Sie Ihrem Sohn Freiraum, eigene Erfahrungen zu machen, und respektieren Sie seine Sichtweise. So entsteht eine Beziehung auf Augenhöhe. Kontrolle hingegen kann sie einengen und zu Frust führen.
Kinder idealisieren Eltern zunächst als Helden. Später werden sie unabhängiger, betrachten uns objektiver und messen Erfolg nach eigenen Maßstäben. Diese Phase geht meist mit der Zeit vorbei. Oft liegt es auch an der jugendlichen Unreife: Erst als eigene Eltern entwickeln junge Erwachsene echtes Mitgefühl.
Behandeln Sie ihn wie einen Erwachsenen, ohne zu belehren. Fordern Sie Respekt nicht ein, sondern gewinnen Sie ihn durch Großzügigkeit und Offenheit. Führen Sie herzliche Gespräche, zeigen Sie Liebe – ohne Erwartung von Gegenleistung. Halten Sie die Tür offen: Er wird kommen, wenn er bereit ist.
Zankhana Joshi ist Gründerin von Tatvamasi, einem Beratungszentrum in Mumbai. Als Psychologin und Tanzbewegungstherapeutin berät sie zu Beziehungsfragen mit fundierter Expertise.
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