„Glücklich unverheiratet“ nenne ich mich heute (Thinkstock Photos/Getty Images). Es war ein hektischer Tag am College, als ich die Aufgabe bekam, zehn Fachleute zu interviewen. Meine Cousine Ananya Di, die jüngste Cousine meiner Mutter, war mir immer nah. Vor sechs Jahren heiratete sie mit 28 einen 17 Jahre älteren Mann und lebt nun in Kanada. Er verwöhnt sie wie ein Kind.
Ich erzählte ihr von meiner Aufgabe im Massenkommunikationskurs. Sie kicherte – Interviews waren mein Dauerauftrag – und schlug Experten vor, darunter ihren Mann und ihren Neffen Ahan, der bald in eine kanadische Bank eintrat. „Ein Bankmanager!“ Ich kannte Ahan seit der zehnten Klasse von Ananyas Hochzeit. Der 28-Jährige, groß, dunkelhäutig, mit seltenem, aber strahlendem Lächeln, hatte als „Leibwächter“ meinen Schuhdiebstahlversuch an Onkels Schuhen vereitelt.
Ananyas Mutter hatte meiner gesagt, er passe perfekt zu mir – abgetan. Drei Jahre später schlug sein Onkel meinem Vater vor – wieder abgetan: „Sie studiert noch, ist zu jung.“
Nun hatte ich Ahans Nummer. Praktisch für ein Interview, ohne Fremden meine Daten zu geben. Ananya hatte ihn schon vorbereitet und schwärmte: „Toller Kerl, Muttersöhnchen, genau dein Typ!“ Wir teilten alles, sogar intimste Details.
Meine E-Mail-Fragen zu seinem Marketing-Job: „Was ist spannend daran?“ – „Ein schlechtes Produkt überzeugend zu verkaufen, ein täglicher Nervenkitzel!“ Ich stellte mir sein Lächeln vor. Bald plauderten wir privat; es klickte. Er war reif, wortkarg, aber klug.
Ananya neckte mich, schickte Familienfotos: „Sie mögen dich seit Jahren. Wenn ihr euch mögt...“ Meine Mutter nickte einverstanden. Ich lächelte, errötete vielleicht.
Wir gestanden uns Liebe. „Ich liebe dich, Familie akzeptiert jede Braut!“ Mit Smiley. Babynamen standen fest: „Tochiere den Namen meiner Tochter.“
Verlobung nahte. Seine Nachricht: „Morgen Liebling, Verlobung fix, Hochzeit bis Jahresende. Unser Traum wird wahr, Ananya.“
Ananya? Mein Name beginnt mit A, doch es war meine Cousine! Erwischt, keine Ausrede. Rückblende: Sie hatte sein heißes Pool-Foto geschickt. Plötzlich klar.
Verwandte munkeln von „scharfer Zunge“ der Möchtegern-Braut. Ich nippe Kaffee, bedauere Ananyas Mann und Ahans neue Frau – und freue mich: Gerettet.
(Von Arpita Chipkar)